224 	Die Prineipien der mechanischen Naturauffassung.

gehoben, besitzt aber dafr Geschwindigkeit, also Triebkraft in
anderer Form. Auf dem Wege von a oder b nach 31 setzt sich die
Triebkraft des gehobenen Gewichtes in Geschwindigkeit um, auf dens
Wege von 31 nach a oder b umgekehrt, Triebkraft der Geschwindig-
keit in die Triebkraft eines gehobenen Gewichtes.
	Dies ist nun wieder ein schnes Beispiel der Erhaltung der Kraft
bei fortwhrendem Wechsel der Erscheinung.
	Freilich knnen Sie einwenden, dass die Erhaltung der Kraft
augenscheinlich keine vollstndige sei; denn allmhlich wurden ja die
Schwingungen des Pendels immer kleiner und schwcher und schliess-
lich bleibt das Pendel in Ruhe. Allein gemach, die Triebkraft
scheint uns allerdings verschwunden; ja, aber sie ist nur aus dem
Ge w i eh t e verschwunden; sie ist nicht vernichtet, sic bleibt erhalten
und wir werden sie in unvernderter Quantitt wiederfinden lernen,
aber allerdings an einem andern Orte und in einer andern Form.
Schreiten wir nur geduldig und steten Schrittes auf dem Wege der
Beobachtung fort, es wird uns uuvermerkt an's Ziel bringen.

	Wenden wir uns zunchst von der Schwere zur Betrachtung einer
andern Naturkraft, zu jener der elastischen Krper, welche in
ganz derselben Weise wie die Schwere T rieb kraft fur Maschinen
liefern kann.
	Das populrste Beispiel bieten unsere Taschenuhren, bei welchen
bekanntlich die nthige Triebkraft statt durch gehobene Gewichte,
durch gespannte sthlerne Federn aufgebracht wird. Und gleich wie
eine gewisse Quantitt einer Triebkraft, die unsere Armmuskeln
lieferten, aufgewendet werden musste, um das am Boden liegende
Gewicht zu heben und erst durch die erfolgte Herstellung eines Zwi-
schenraumes zwischen der Erde und dem Gewichte, dem letztem die
Mglichkeit ertheilt ward zu sinken und im Sinken Arbeit zu leisten,
ebenso bedarf es eines Aufwandes einer bestimmten Triebkraft, um
einen elastischen Krper zu spannen, d. h. die unmcssbar kleinen
Zwischenrume zwischen den Moleetilen desselben durch Zug zu ver-
ndern und durch diese Vergrsserung es, wie beim gehobenen Ge-
wichte den groben Massen oder Molen, so hier den Moleetileu zu
ermglichen, dass sic, ihrer Anziehungskraft, Cohsion, folgend, sich
nhern, gegeneinander fallen und dabei Arbeit leisten. Ich habe hier
einen elastischen Kautschukstreifen, der durch einen Hebel mit diesem
Rderwerk in Verbindung steht. Um das Rderwerk in Gang zu
bringen, muss ich den Streifen spannen oder dehnen, d. h. ich muss
eine gewisse Quantitt Muskelkraft verbrauchen, um die Cohsion,
