234 	Die Principien der mechanischen Naturauffassung.

welche die Molecule des Kautschuks b e sitz en, ussern sich nicht nur
nicht durch eine wahrnehmbare Vernderung, sondern k  n neu sich
unter diesen Umstnden, bei Aufrechterhaltung der vorhandenen Aggre-
gatzustnde der Krper, berhaupt gar nicht mehr als Bewe-
gung erzeugend ussern, und selbst als Bewegung hemmend oder
Widerstand leistend nur dann, wenn eine der Schwere und Cohsion
entgegengesetzt gerichtete fremde Kraftusserung in Form von wirk-
licher w hrneh m b a r er Bewegung entstehen wrde. -
	Zweitens, genau in derselben Art und Weise, nmlich bios als
ruhiger Druck oder andauernde gegenseitige Pressung der Molecule,
ussern die Schwere und Cohsion ihr Bewegung erzeugendes Bestre-
ben, wenn dieses Bestreben nach erfolgter Hebung des Ge-
wichtes und Dehnung des Kautschukstreifens zwar nicht
mehr als Widerstand leistend in Anspruch genommen und berwunden
wird - dagegen aber in seiner Wirkungsrichtung ein anderes unber-
steigliches Hinderniss, z. B. einen Sperrhaken in der zu treibenden
Maschine, findet. Unter diesen Umstnden befinden sich die Schwere
und Cohsion, trotz der vollbrachten Hebung und Dehnung, hinsichtlich
ihres Aeusserungsvermgens absolut in d ens elbe n Verhltnissen, wie
in dem vorhin betrachteten Falle - so lange nicht jenes nfl-
ubersteigliche Hinderniss, der Sperrhaken z. B., entfernt
ist. Es wre zwischen den beiden Fllen berhaupt gar kein wesent-
licher Unterschied vorhanden, wenn nicht eben durch die voraufgegan-
gene Hebung des Gewichts und Dehnung des Kautschukstreifens die
Vertheilung und Anordnung der Stoffelemente eine andere geworden
wre, und wenn jenes Hinderniss nicht entfernt werden kinnte.
	Sie erinnern sich, dass wir unter so bewandten Umstnden davon
sprachen, wir htten dem Gewicht durch die Hebung, dem Kautschuk-
streifen durch die Spannung eine Triebkraft mitgetheilt oder ver-
liehen, welche die beiden Krper nun in Form von Spannkraft oder
potentieller Energie besssen. - Vergegenwrtigen wir uns jedoch
den wirklichen Vorgang, welcher die jetzt vorhandenen Verhltnisse
herbeigefhrt hat, so erkennen wir mit voller Klarheit, dass hier von
der Mittheilung irgend einer wie immer beschaffenen Kraft ebenso-
wenig im eigentlichen Wortsinne die Rede sein kann, als davon, dass
das gehobene Gewicht, der gedehnte Kautschukstreifen nunmehr eine
neue Kraft besitze; denn zwischen dem Gewicht und der Erde,
sowie zwischen den Moledlllen des elastischen Streifens herrscht immer
nur einzig und allein eine und dies e lb e Kraft, deren Intensitt
bekanntlich in einer bestimmten gesetzmssigen Beziehung zur gegen-
seitigen Entfernung der Stoffelemente steht, - nmlich dieselbe
