238 	Die Prineipien der mechanischen Naturauffassung.

Cohsion unter den bezeichneten Umstnden Bewegung erzen gen d
sieh zu ussern die Mglichkeit haben, - die Quantitt dieser
mglichen und eventuell wirklich gewordenen Bewegung genau
quivalent ist der Quantitt des von der Schwere und Cohsion
vorher geleisteten Widerstandes. Eine Quantitt Spannkraft oder
potentieller Energie kann ja eigentlich nichts Anderes sein, als jene
Quantitt des unzerstrbaren Wirkungsbestrebens der Schwere, resp.
Cohsion, welches in Form von Widerstand oder Bewegungshem-
mung zur Erscheinung gekommen war und nun in die Mglichkeit
versetzt ist, seine Bewegung erzeugende Aeusserungsform anzu-
nehmen. Hieraus begreift sich denn mit Leichtigkeit, dass die Quan-
titt der mglichen, d. h. eventuell auch wirklich crzeugbarcn Bewe-
gung der Quantitt jener Bewegung von entgegengesetzter Richtung
gleich sein muss, welche in Folge der Widerstandsleistung der Schwere
und Cohsion verzgert und endlich vernichtet worden war. Es begreift
sich ferner die strenge Aequivalcuz einer Quantitt von Spannkraft,
welche verschwindet, und der Quantitt von wirklicher Bewegung,
welche dafr entsteht.
	In unserer bildlichen, ihrer Bequemlichkeit wegen mit Recht all-
gemein gebrauchten Ausdrucksweise sagen wir, um den eben errter-
ten Vorgang zu bezeichnen: eine Quantitt Spannkraft wird um-
gesetzt oder verwandelt sich in eine genau quivalente Quantitt
von lebendiger Kraft. In Wirklichkeit besteht jedoch der eigentliche
Vorgang darin, dass die Schwere und die Cohsion, welche in ihrer,
wirkliche Bewegung erzeugenden Aeusserungsform vorhanden sind,
die rumliche Anordnung und Vcrtheiluug des Stoffes dahin verndern,
dass die Zwischenrume zwischen den Massentheilchen und zwischen
den ganzen Massen sich verkleinern. In jedem gegebenen Augenblick
besitzen die bewegten Massen und Masscntheilchcu also eine bestimmte
Geschwindigkeit oder lebendige Energie, und die dieselben trennen-
den Zwischenrume haben sich um einen bestimmten Betrag ver-
kleinert. ID as ist All es. Indessen, insofern wir von einer Quantitt
Spannkraft sprechen konnten, drfen wir auch von einer Quantitt
lebendiger Kraft reden - und diese ist nichts Anderes als die vor-
handene Quantitt der Geschwindigkeit, welche die in der Richtung
der Schwere und Cohsion b c iv e gte u Massen und Massentheilchen
bereits erlangt haben.
	Knnten wir die Richtung der vorhandenen Bewegung pltz-
lich umkehren, oder wre sic aus irgend einer Ursache die der jetzigen
diametral entgegengesetzte, so wrde die Quantitt der eben erlangten
Geschwindigkeit gerade ausreichen, um die im Augenblick gegebenen
