	V. Austausch von Spannkraft und lebendiger Kraft.	237

ses: Das unter allen Umständen unversehrt bleibende und stets irgend-
wie wirksame Bestreben, die Massen und Massentheilehen, in welchen
Schwere und Cohäsion ihren Sitz haben, gegeneinander zu ziehen,
äussert sieh einfach in seiner wirkliche Bewegung erzeugenden
Form, oder, wie man es anders ausdrückt, als Triebkraft in Form von
»lebendiger Kraft« oder aetueller Energie, weil eben unter den ange-
führten Umständen weder seine Widerstand leistende Aeusseruugs-
form vorhanden ist, noch die durch dasselbe begonnene Bewegung
selbst irgend ein absolutes Hinderniss findet.
	Die Massentheilehen und die ganzen Massen erlangen somit im
Sinne gegenseitiger Annäherung eine eontinuirlieh wachsende Ge-
schwindigkeit und dadurch verkleinern sieh die Zwischenräume
zwischen den Moleeülen des Kautschuks ebenso wie zwischen dem
Gewicht und der Erde; in gleichem Schritt mit der Verkleinerung der
Zwischenräume schwindet aber auch selbstverständlich jene Anordnung
und Vertheilung des Stoffes im Raume, welche durch die gemeinschaft-
liche Arbeitsleistung, als Resultante der Quantität der überwundenen
Widerstandsäusserung der Schwere und Cohäsion und der Quantität
der durch eine fremde Kraft erzeugten Bewegung herbeigeführt wor-
den war.
	Und so wie bei der Herstellung der räumlichen Vertheilung und
Anordnung der Stoffelemente mit v erg r ii s s er ten Zwischenräumen
ein Quantum von fremder Bewegung v er s eh wand und ein Quantum
des Widerstandes oder der B ewe gun g hemmenden Aeusserungs-
form der Schwere und Cohäsion durch eben jenes Quantum fremder
Triebkraft überwunden wurde, genau ebenso entstehtjetzt, bei
der allmählichen Wiederherstellung der früheren räumlichen Verthei-
lung und Anordnung der Stoffelemente mit minimalen Zwischenräumen,
- ein ganz gleiches Quantum B ewe gun g in entgegengesetzter Rich-
tung, in der Richtung nämlich der Schwere und Cohäsion; denn es
werden beide Kräfte, die Schwere und die Cohäsion, jetzt nothwendig
dieselbe Quantität von Bewegung zu erzeugen im Stande sein,
als sie früher Bewegung gehemmt oder Widerstand geleistet haben,
da ja Bewegungshemmung (Widerstand) und Bewegungserzeu-
gung (lebendige Kraft oder actuelle Energie) nur zwei verschiedene
Aeusserungsformen ein er und der s cl b en Kraftquantität sind.
	Wenn demnach von einer irgendwo vorhandenen Quantität von
»Spannkraft« gesprochen wird, so fusst man dabei, nach dem was ich
heute über das Wesen der Triebkraft in Form von Spannkraft oder
potentieller Energie und über das was ihr in Wirklichkeit zu Grunde
liegt, gesagt habe, einfach darauf, dass, - nachdem die Schwere und
