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Die Principien der mechanischen Naturauffassung.
Momente der ganze Kraftvorratli auf einmal in lebendige Kraft verwandelt, und dadurch allein den Massen des Pfeiles und Bolzens eine so bedeutende Geschwindigkeit ertheilt, wie sie solche durch einen Wurf aus freier Hand niemals hätten erlangen können. Dieser Effect ist also nicht etwa dadurch erreicht worden, dass Armbrust und Büchse Triebkraft neu erzeugt haben, sondern dadurch, dass sie den Vorrath an Spannkraft, den ich langsam und allmählich aufgespeichert hatte, plötzlich und auf einmal verausgabt haben. Und wodurch gelang es denn, die Triebkraft meines Armes derart in beiden Wallen anzusammeln ”? Allein dadurch, dass sie einem unüberwindlichen Hinderniss begegnete, welches sie in der Richtung ihres Bewegung erzeugenden und beschleunigenden Bestrebens hemmte. Die Kraft nun, durch deren Wirkung wir das Hinderniss fortsekafften, nennt man die auslösende Kraft, und sie kann möglicherweise so gering gegen den Spannkraft-Vorrath sein, dass die aus der Spannkraft entstehende lebendige Kraft, der scliliessliche Effect, in gar keinem Verhältniss zur auslösenden Kraft steht. Es handelt sich hier eben nicht um ein causales Verhältniss zwischen der auslösenden Kraft und dem Effect, sondern nur um ein zeitliches, um ein Successions-Verhältniss. — Es ist um so wichtiger, sich mit dem Principe der »Auslösung der Spannkräfte« vertraut zu machen, weil namentlich die Kraftäusserungen und lebendigen Thätigkeiten der thierischen Organismen vielfach gerade auf diesem Princip beruhen.
Einen der »Auslösung« entgegengesetzten Effect beobachten wir bei unseren Uhren, sei es, dass sie durch Gewichte oder durch Federn getrieben werden. Indem wir sie nämlich aufziehen, speichern wir in kürzester Zeit einen Vorrath von Spannkraft in ihnen an, welchen sie so allmählich verbrauchen, dass sie Tage, Wochen, ja selbst Jahre ununterbrochen gehen können.
In beiden Fällen also, bei den Geschossen wie bei den Uhren, handelt es sich einfach um eine verschiedene Vertheilung und Verausgabung des ihnen mitgetheilten Kraftvorrathes in der Zeit. Der Widerspruch dieser Erfahrungen gegen das Gesetz von der Erhaltung der Kraft ist also ein nur scheinbarer. Gewinn und Verlust an Arbeitskraft erweisen sich immer blos als illusorisch.
Hier ist auch der Ort, von jenen Vorrichtungen oder Maschinen zu sprechen, welche dazu dienen, sehr bedeutende mechanische Effecte unter verhältnissmässig geringer Anstrengung hervorzubringen. Wer da z. B. glaubt, bei der Anwendung von Hebel, Flaschenzug und Winde einen Gewinn an Arbeitskraft zu bewirken, ist in einer Täuschung befangen, der Gewinn ist eben nur ein scheinbarer ; denn