﻿VI. Allgemeines Maass der mechanischen Arbeit.
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Form von lebendiger Kraft, actueller Energie oder erlangter Geschwindigkeit der bewegten Masse berechnet wird, wobei es natürlich gleich-giltig ist, auf welche Art und Weise diese Masse ihre Geschwindigkeit erlangt hat, da die erlangte Geschwindigkeit unter allen Umständen ein Triebkraftquantum repräsentirt, welches die Masse [M) auf eine Höhe (/i) zu heben vermag, aus welcher frei fallend sie jene Geschwindigkeit erlangen würde, die sie im Augenblick factisch besitzt.
Ausgerüstet nunmehr mit der Kenntniss und dem Verständniss der fundamentalen Begriffe und Formeln für ein allgemeines Maass der mechanischen Kraft in allen ihren Aeusserungsformen, wenden wir uns jetzt wieder zur Betrachtung einzelner concreter Fälle, um nach und nach das Gesetz von der Erhaltung der Kraft in seiner allgemeinen Gültigkeit erfahrungsgemäß hervortreten zu sehen. Scheinbar freilich stossen wir nicht selten auf widersprechende Erfahrungen ; bei genauer Würdigung jedoch werden sie sich insgesammt dem allgemeinen Gesetze unterworfen zeigen. Bei den Schwingungen des Pendels und ebenso bei jenen des Metallstabs lenkte ich Ihre Aufmerksamkeit auf die scheinbaren Verluste hin, welche die Spannkraft wie die lebendige Kraft zu erleiden haben, heute will ich Ihnen eine Reihe von entgegengesetzten Fällen vorführen, in welchen bei oberflächlicher Betrachtung Kraft ohne entsprechenden Aufwand und Verbrauch gewonnen, also so zu sagen aus Nichts erzeugt zu werden scheint, was abermals im flagrantesten Widerspruche zu unserem Gesetze stünde.
Ich habe hier eine Armbrust und eine Bolzbiichse. Ich mache beide in kürzester Zeit und mit leichter Mühe schussbereit, drücke ab. und der Bolzen wie der Pfeil fliegen mit solcher Gewalt gegen die Scheibe, dass sie tief und fest darin stecken bleiben. Hier ist ein augenscheinliches Missverhältniss zwischen dem Aufwand an Kraft und dem Effect. Mit aller Anstrengung meiner Muskeln hätte ich diesen Effect ohne Vermittelung der beiden Instrumente niemals zu Stande gebracht. Es muss also wohl irgendwie in ihnen Triebkraft hinzugekommen, d. h. neu entstanden sein. Sehen wir zu, wie sich dieser scheinbare Widerspruch gegen unser Gesetz löst.
Indem ich den Bogen der Armbrust spannte und die Feder der Bolzbiichse aufzog, leistete mein Arm Arbeit, welche, genau wie beim Heben des Pendelgewichts oder beim Dehnen des Kautschukstreifens, in Spannkraft des Bogens und der Feder »umgesetzt« wurde. Aber, beachten Sie wohl, die Arbeit meines Armes dauerte eine gewisse Zeit und so wurde ein Quantum Spannkraft allmählich aufgespeichert. Beim Abschiessen der Armbrust und Büchse wurde hingegen in Einem
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