	VII. Das mechanische Aequivalent der Wrme.	249

Verhltuiss vollzieht, d. h. dass fr das Quantum Wrme, welches auf-
gewendet wird und verschwindet, - wie sich dies bei unseren Ver-
suchen am Thermometer, durch das Ausbleiben einer Temperatur-
steigerung oder durch das Sinken der Temperatur, kundgegeben, -
ein eonstantes, genau gleiches Quantum mechanischer Arbeit entsteht.
und umgekehrt.
	Doch dieser Gegenstand ist von solcher Wichtigkeit, dass ich noch
lnger bei demselben verweilen muss.

	Es war im Jahre 1 842, dass B. J. MAYER, praktischer Arzt in Heil-
bronn, zuerst den Gedanken von der Nothwendigkeit eines eonstanteu
Aequivalenzverhaltnisses zwischen mechanischer Arbeit und Wrme
entwickelte und aussprach. MAYER wird daher unbestritten als der
erste intelleetuelle Urheber des grossartigsten Fortschrittes der moder-
nen Naturwissenschaft angesehen. Dieses Verdienst wird dadurch nicht
geschmlert, dass unabhngig von ihm und fast zu derselben Zeit,
1813, JOULE in Manchester die ersten Versuche verffentlichte, welche
den experimentellen Beweis fr die Aequivalenz geliefert und zur nu-
merischen Bestimmung des Aequivalenzverhltnisses der Wrme
gefhrt haben. Es geschieht ja so hufig, dass, wenn die Entwickelung
der Menschheit bei einem gewissen Punkte angelangt ist, auf welchem
die Erkenntniss einer grossen Wahrheit so zu sagen logisch nothwendig
erfolgen muss, diese Wahrheit gleichzeitig mehreren bevorzugten Gei-
stern aufgeht. - Doch dies nur beilufig; denn es ist mir weniger um
historische Notizen zu thun, als um die klare Auseinandersetzung des
Sinnes und der Bedeutung der mechanischen Aequivalenz der Wrme.
Zu diesem Zwecke werde ich Sie mit den Mitteln und Wegen einiger-massen 
bekannt zu machen suchen, durch und auf welchen man die
Constanz des fraglichen Aequivalenzverhltnisses bewiesen und die
Ziffer desselben bestimmt hat.
	Sie werden begreifen, dass, wenn es gelingt, das zur Unterhaltung
der Reibung aufgewendete Quantum mechanischer Arbeit oder
Triebkraft genau zu messen, und mit der ebenfalls genau gemessenen
)T rm eq nan t it  t zu vergleichen, welche durch die Reibung eben
entstanden ist, damit auch die Mglichkeit gewonnen wird, das Aequi-
valenzverhltniss zwischen mechanischer Arbeit und Wrme nachzu-
weisen und numerisch zu bestimmen. JOULE'S Versuche hatten nun
diesen Weg im Auge, und in der That erreichte er auch auf ihm das
angestrebte Ziel. Der Mechanismus, dessen er sieh bediente, war ein
ganz einfacher. Ein fallendes Gewicht drehte ein Schaufelrad, das im
Innern einer Wasser- oder Quecksilbermasse durch feste Hindernisse
