VII.

Das mechanische Aequivalent der Warme.


	waren bis jetzt die Erscheinungen der, den sinnlich wahr-
nehmbaren Massen oder Molen inwohnenden Schwere und Cohsion,
welche uns das Gesetz von der Erhaltung der Kraft manifestirten; wir
haben heute einen Schritt weiter zu thun und seine Geltung im Kreise
der moleculareu und atomistischen Thtigkeit aufzusuchen.
hier ist ein lufterfllter Glasballon, der mit dem Queck-
silb
i er-Manometer (bei a Fig. 4) mittels eines Korkes in Ver-
bindung steht.
	Ich pumpe neue Mengen Luft in den Ballon, wodurch
ich das elastische Gas comprimire, d. h. die unmessbaren
Zwischenrume zwischen den Moleclen, der Abstossnngs-
kraft des Gases entgegen, verkleinere, und ihm so eine Trieb-
kraft in Form von Spannkraft mittheile. Habe ich bei einem
frheren Versuche durch das Dehnen eines elastischen Kaut-
schukstreifens die Anziehungskraft der Molecule ber-
wunden, so dass sie als Spannkraft aufgespeichert ward,
		so bewerkstellige ich hier das Entgegengesetzte - ich presse
	Fig. 4. al das elastische Gas zusammen, berwinde dadurch die Ab-
Manometer. s to s sung s kraft der Molecule, die sich in Folge davon als
Spannkraft anhuft. Sobald ich den Hahn des Manometers ffne, geht
diese Spannkraft in lebendige Kraft ber und leistet Arbeit; Sie sehen,
wie sofort die Quecksilbersule im ussern Schenkel cd emporge-
hoben wird.
	Genau dieselbe Arbeitsleistung kann ich aber auch auf eine andere
Weise erreichen, wenn ich nmlich anstatt der Muskelkraft meines
pumpenden Armes eine andere Naturkraft aufwende, um das elastische
Gas zu spannen. - Hier ist eine brennende Spirituslampe, welche
Wrme hervorbringt. Ich halte die Flamme derselben unter den
Glasballon. Das Glas und die eingeschlossene Luft erwrmen sich, wie
