248 	Die Prineipien der mechanischen Naturauffassung.

s eher E ffe et bleibt aus: (las mit dem Apparat ill Verbindung
gebrachte Thermometer bleibt anf 100C. stehen! Die Wrme, welche,
wie Sie unmittelbar sehen, im Wasser und Wasserdampf verschwindet,
erscheint ganz und unmittelbar als ein bestimmtes, durch Fusspfunde
oder Kilogramme ausdrekbares Quantum in ceh anis eher Trieb-
oder Arbeitskraft.
	Eine dieser hnliche Erfahrung machen wir bei einem andern Ver-
suche. Ich habe hier einen Ballon mit comprimirter Luft; sic hat jetzt
dieselbe Temperatur wie die Umgebung - der Thermomultiplieator,
in dem wir bekanntlich einen iiusserst empfindlichen Wrmernesser
besitzen, steht deshalb auf Null. Oeffne ich den Habn, so strmt die
Luft nut Gewalt hervor, leistet also mechanische Arbeit, und beachten
Sic wohl, gleichzeitig sinkt die Temperatur der arbeitenden Luft! Die
verschwindende Wrme ussert sich als mechanische Triebkraft - sie
wird, wie jede andere Triebkraft, verb ran e h t, indem sic Arbeit
leistet, die Arbeit entsteht auf K o ste n der Wanne.
	Wie umgekehrt, auf Kosten von mechanischer Arbeit
Wrme entsteht, ist eine Allen bekannte Erfahrung. Wer von
Ihnen kennt nicht die durch Reihung. Druck und Stoss erzeugte Wrme?
Wie der Naturmenseh durch Gegeneinanderreihen von zwei hlzern
sieh sein Feuer bereitet, reiben auch wir aus gegen den Winterfrost
die Hnde; der Fuhrmann wieder fettet die Rder fleissig, damit die
Reibung geringer werde und so durch die Reihungswrme nicht zu viel
der angewandten mechanischen Arbeitskraft seiner Zugthiere verloren
gehe. - Wie in unserem Versuche die Arbeit auf Kosten der Wrme
erzeugt worden ist, ebenso sehen wir also in der tglichen Erfahrung
die Warme auf Kosten von Arbeit entstehen.
	Wir kommen hier zu einem der wichtigsten und bedeutungsvollsten
Gesetze, welches die moderne Wissenschaft aufgefunden hat. Von der
Auffindung dieses Gesetzes und dem damit zusammenhngenden Ge-
setze von der Erhaltung der Kraft datirt der grossartigste Fortschritt,
den die gesammten Naturwissenschaften seit der Entdeckung des Gra-
vitationsgesetzes durch NEWTON gemacht haben; denn dieser Fort-
schritt hat zur Erkenntniss des eigentlichen Wesens und der wahren
Natur der Wrme, sowie zur erfahrungsmssigen Begrndung der gan-
zen modernen mechanischen Naturanschauung gefhrt.
Die genauesten Untersuchungen und Messungen von R. J. MAYER,
JOULE, CLAUsIUs und FAvnE haben nmlich ergeben, dass sieh die
Cm wandlung oder Transformation der mechanischen Arbeit in
Wrme und umgekehrt, welches immer auch die Umstnde nach Zeit
und Ort sein nigen, nach einem unwandelbaren, con stanten
