260 	Die Principien der mechanischen Naturauffassung,

pflanzen mssen; denn jedes bewegte Aetheratom muss seine Bewe-
gung nothwendig den Naehbaratomen mittheilen. Jede Gleichgewichts-
strung wird demnach auch in und zwischen die Molecule und zuletzt
auch zwischen und in die chemischen Atome gelangen, und es ist klar,
dass in Folge dessen schliesslich auch die Krperatome und deren wg-
hare Complexe, die chemischen Atome und die Molecule, in bestimmte
Bewegungen gerathen mssen. Ebenso wird selbstverstndlich auch
umgekehrt jede Strung und Vernderung der rumlichen Stellung und
Anordnung der Krperatome und ihrer Complexe nothwcndig analoge
Bewegungen im Aethcrmecre hervorrufen.
	Die Bewegungen der kleinsten Theilehen eines Krpers, seiner
Molecule, seiner chemischen Atome, seiner Ur- oder Krper- und
Aetheratome sind es nun, welche die Wrme eines Krpers ausmachen.
Was aber die Art der Bewegungen betrifft, welche diese minimalen
Theilehen eines erwrmten Krpers ausfuhren, so unterscheiden die
Physiker eine zweifache erstlieh, fahrt jedes Krper- und jedes
Aetheratoni innerhalb des Ortes im ilanme, wo es sich eben befindet,
ungemein rasche, zitternde Bewegungen ans; zweitens aber sind auch
die kleinen einheitlichen Gruppen, die aus der Zusammensetzung der
Uratoiue hervorgehen, die chemischen Atome und die ganzen Molecule,
in fortwhrender, verschiedenartiger Bewegung, - die chemischen
Atome und die Molecule rotireu nmlich als kleine Ganze um ihre
Mittelpunkte und sehiesseu in geradlinigen oder kreisfrmigen Bahnen
umher. Man hat sieh demnach die chemischen Atome und (lie Atom-
gruppen oder Molecule etwa wie kleine, aus zitternden Theilehen tlr-
atomen bestehende Weltkrper vorzustellen, welche um ihre Mittel-
punkte rotiren und sieh zugleich in geradlinigen oder kreisfrmigen
Bahnen. wie die Erde um die Sonne, fortschreitend bewegen, wodurch
ihre Mittelpunkte selbst neue Stellungen im Raume gegen einander er-
halten. - Und die Summe dieser in jedem Molecul verschiedenen,
ganz unregelmssigen und ungeordneten Bewegungen oder lebendigen
Kraftquantitten der bewegten Massentheilehen ist nichts Anderes als
die jedesmalige im 1orper enthaltene VT  r in cm eng e.
	Diese Art der Anschauung gibt uns eine interessante Betrachtung
an die Hand. Mau bezeichnet nmlich den Gefrierpunkt des Wassers
mit 0. und noch niedrigere Temperaturgrade mit -1, 20 n. s. w.,
was den Trrthum veranlassen knnte als 01) das gefrierende Wasser
oder (lie unter Null ahgekuhlten Krper gar keine Wrme mehr be-
sssen, und als oh es ein besonderes, der Wrme entgegengesetztes
Klteagens gbe. Gegen solche irrtiLumer und missverstndliche Auf-
fassungen sind wir aber durch unsere Vorstellung von der mecha-
