	VIII Wirme ist wesentlich Bewegung - die Art derselben.	261

nischen Natur der Wrme gesichert. Das Sinken der Temperatur be-
deutet in Wirklichkeit gar nichts Anderes, als eine Verminderung der
Heftigkeit und Grsse jener Bewegungen, welche wir als das eigent-
liche Wesen der Wrme erkannt haben. Erst wenn diese Bewegungen
des Krpers vllig vernichtet und die Atome des Krpers vllig zur
Ruhe gebracht wren, erst dann wre alle Wrme aus dem Krper
verschwunden, erst dann htte er den absoluten 0-Punkt tier Tem-
peratur erreicht. Dieser Zustand ist uns aber noch bei keinem Krper
bekannt geworden. Es gibt - dem Znsammenhange des Aethermeeres
zufolge - keinen absoluten Ruhezustand der kleinsten unsichtbaren
Massenelemente der Materie. Wir haben uns im Gegentheile vorzu-
stellen, dass die Atome und Molecule aller uns bekannten Krper,
allerdings in mehr oder weniger heftiger und ausgiebiger, aber stets
doch in Wrmebewegung begriffen sind und Wrmespannkraft oder
latente speeifisehe Wrme) besitzen.
	Es wird diese Anschauung von Bewegungen, die allenthalben im
Weltraume ohne jede Unterbrechung stattfinden, Ihnen auf den ersten
Blick berraschend, ja sonderbar erscheinen: fhrt doch die unmittel-
bare sinnliche Wahrnehmung uns zu einem ganz anderen Ergebniss.
Allein der Widerspruch ist nur ein scheinbarer. Wir drfen nmlich
nicht vergessen, dass die bewegten Stofftheilehen sowohl als auch die
von ihnen ausgehenden Bewegungen und die von ihnen durchlaufenen
Bahnen u n in es s 1) a r klein sind und deshalb auch in ihrem Gesammt-
effeete oft bios mittelbar - indem die Krpermassen durch Erwrmung
und Abkhlung in ganz bestimmter Weise ihren Umfang oder ihr Vo-
lumen, sowie ihren Aggregatzustand erfahrungsgemss ndern, -
nicht aber unmittelbar wahrnehmbar sind. So haben wir z. B. den
fc st en Aggregatzustand der Krper, der dem Principe allgemeiner
Bewegung' am entschiedensten zu widersprechen scheint, nunmehr da-
hin zu intcrpretiren, dass in ihm jedes Molecl eine ganz bestimmte
stabile Gleiehgcviehtsiage einnimmt, die es nicht auf die Dauer zu
verlassen vermag, dass es aber um dieselbe herum kleine schwingende
Bewegungen ausfhren kann, bei denen es sieh allerdings nach allen
Seiten nur wenig ans der Gleichgeiviehtslage entfernt: ebenso sind die
Botatioushewegungen, die es um seinen Mittelpunkt ausfhren kann,
nur sehr beschrnkt. da das bestimmte , feste Gefge, namentlich der
Krvstalle. darauf beruht, (lass die Molecle in ganz bestimmten Rich-
tungen in verschiedener Strke anziehend auf einander wirken und aus
diesem Grunde eine ganz bestimmte, feste Orientirung und Stellung
ha Baume und gegen einander zu erhalten streben. Aber, so gering
