	VIII. Warme ist wesentlich Bewegung - die Art derselben.	263

benutzen, um eine sehr anschauliche Vorstellung von zweierlei Effeeten
zn geben, welche beim Erwrmen eines festen Krpers, z. B. eines
Stuckes Blei, erzielt werden. - Angenommen, sagt er, wir htten
eine bestimmte Quantitt von Kraft auf die Hebung unseres Gewichtes
zu verwenden und wir theilten diese Kraft in zwei Theile. Den einen
Theil der Kraft verwenden wir zur wirklichen Hebung, den anderen
aber dazu, um das Gewicht whrend seines Aufsteigens wie ein Pendel
in hin- und hergehende Schwingungen, oder in Rotationen, oder in
andere immer heftigere Bewegungen zu versetzen. Nun, wenn wir dies
thun, so geschieht etwas ganz Analoges, wie wenn Wrme dem Blei
mitgetheilt wird. Die Atome und Molecule des Bleies werden aus ein-
ander gedrngt; allein wahrend ihres Zurckweichens vibriren sie mit
allmhlich zunehmender Heftigkeit. Die mit g e t h eilt e Wrme
scheidet sieh also in eine Quantitt aufgehufter Spann-
krfte und in eine Quantitt lebendiger Kraft, welche
man als eine Art atomischer Musik ansehen kann, und
der musikalische Theil vermag allein auf unsere Ther-
uiometer einzuwirken und unsere Nerven zu erregen.
	Was man frher lateut-werden der Wrme nannte, erkennen
wir jetzt als die Umwandlung der lebendigen Kraft der Wrmebewe-
guug in Spannkraft.
