	VIII. Wirme ist wesentlich Bewegung. - die Art derselben.	253

von den Metallsl)älmen aus, welche von dem Metall getrennt werden?
und ist es also die latente Wärme der Bolirspiihne, welche frei wird ?o
Wenn dem so wäre, so musste die Wärmecapacität der Metalispäline
nicht nur verändert sein, sondern diese Veränderung müsste auch gross
genug befunden werden, um die ganze erzeugte Wärmemeuge zu er-

	befunden werden, RFMFOIiD schnitt also mit einer feinen Säge, ohne jede 
merkliche
Erwärmung, von dem Kanonenmetall Späline ab und bestimmte und
verglich ihre Wiiriaecapacität mit der der Bohrspiilme bei deren Ab-
trennung sieh so bedeutende Wärmemengen entwickelt hatten. Es fand
sieh nicht der geringste Unterschied in der Whirmecapacität der beider-
lei Metalispähne.
	Nun ging 1UMFOIOI) weiter und liess einen eigenen Apparat con-
struiren, uni die durch Reibung entstandene Wärme zu untersuchen.
Der Apparat bestand aus einem hohlen eisernen Cylinder, in dessen
Höhlung ein massiver cylindrischer Kolben ans gehärtetem Stahl ein-
gepasst war, der gegen den Boden des Hohlcylinders fest aufdruckte
und durch Pferdekraft ill Drehung versetzt werden konnte, wobei zwi-
schen den metallischen Berlihrungsfläehien starke Reibung sthttfand.
Der Hohlevliuder war mit einem Holzkasten um-eben. und dieser nut
kaltem (16,70 Wasser so weit gefüllt, (lass der gauze Cylinder bedeckt
war. - Jetzt wurde der stählerne Kolben durch Pferdekraft in Rota-
tionen versetzt und sofort begann die Temperatur der Wassermasse,
welche 2:2 Gallonen oder 1.8.77 Pfund betrug zu steigen. Nach Ver-
lauf von P Stunden fortgesetzten Drehens und ununterbrochener Rei-
hung war die Temperatur tier ganzen Wassermasse von 16.7 auf 6111
gestiegen; nach einer weiteren Stunde, also nach 2,.2 'Stunden seit
Beginn des Versuches, kam das Wasser wirklich ins Kochen' Die.
Feherrasehung und das Staunen der Anwesenden, Wasser oh ne alles
Feuer in volles Kochen gerathen zu sehen, war nicht minder gross, als
iui[FoiiDs Freude über das von ihm vorausgeseliene glänzende Gelin-
gen seines schönen Versuches.
	Die ganze, während der Versuehszeit durch das Pferdegespann
geleistete mechanische Arbeit war verwandt worden, um den Reibungs-
widerstand zwischen den sieh berührenden Metallflujehcn zu überwin-
den. Hierbei hatten sieh nur 54 Gramm Metallstaub gebildet, dessen
Wärmeeapaeität in keiner Weise verändert war; (lie Quantität der im
Wasser und im ganzen übrigen Apparat producirten Wärme betrug
hingegen 1200 Calorien, d. Ii. so viel als nöthig ist, um 12 Kilogramm
Wasser von 00 auf 11W0 zu erhitzen. Ueherzeugt, dass diese grosse,
(lurch (lie Reibung prodiieirte Wärmemenge unmöglich als (las Resultat
