-254 	Die Prineipien der mechanischen Naturauffassung.

des Freiwerdens der »latenten« Wärme des so geringen Quantums ab-
geriebener Metalltheilehen, - deren Wärmeeapaeität überdies , wie
e'ihnt, factiseh unverändert geblieben war, - betrachtet werden
rw.
könne, begleitet RUMFORD seinen Versuch mit den folgenden bedeu-
tenden Reflexionen aber das eigentliche Wesen der Wärme. Er sagt
wörtlich
	»Beim Nachdenken aber die Resultate aller dieser Versuche wer-
den wir naturgemäss auf die grosse Frage, welche so oft den Gegen-
stand der Speenlationen unter den Naturforsehern bildete, hingelenkt,
nämlich Was ist Wärme? Gibt es etwas, wie ein feuriges Fluidum ?
Existirt überhaupt etwas, das man richtig als Wäraie st o ff bezeichnen
könnte ? . . . . . . . . Wir haben gesehen, dass eine ganz bedeutende Wärme-
menge durch die Reibung zweier metallischen Flächen hervorgebracht
und nach alle n Ri e h tu n g e n in fortdauerndem Strom ohne Unter-
breehnng oder Pause und ohne jegliches Zeichen von Abnahme oder
Erschöpfung abgegeben werden kann . . . . Bei unseren Schlussfolge-
rungen aber diesen Gegenstand dürfen wir den s eh r h e d ente n dc ii
Um stand nicht vergessen. (lass die Quelle der hei diesen Versuchen
durch Reihung erzeugten Wiirme offenbar n n e r s eh ö P fI i eh ist.
Es ist kaum nöthig, hinzuzufügen«, bemerkt RUMFOIm zum Schlusse
seiner glänzenden Deduction, »dass etwas, (las von einem iso 1 i r t en
Körper oder Körpersystem en d 1 o s hervorgebracht werden kann. un-
möglich eine materielle Substanz sein kann, und ich finde es
schwer, wenn nicht ganz unmöglich, mir eine bestimmte Vorstellung
von dem zu machen, was in diesen Versuchen erzeugt und mitgetheilt
wird, wenn ich es nicht far eine Bewegung halten soll.«
	Zur Zeit, als RUMFORD seine Experimente veranstaltete und aus
ihnen Schlüsse von solcher bindenden Kraft gegen die Stofflichkeit des
Wärmepriueipes ableitete, waren seine Ideen aber das Wesen und die
Natur der Wärme im flagrantesten Widerspruch mit den allgemein
herrschenden Anschauungen: heute haben dieselben ihre feste Geltung
in der Wissenschaft gewonnen als thatsächlieh erwiesene Wahrheiten.
Gestatten Sie, bevor ich diesen Gegenstand weiter verfolge, dass
ich Ihnen den RUMFOItD'sehen Cardinalversueh in einer von TvxDAn
angegebenen einfachen Modification verführe, um Sie durch die un-
mittelbare Anschauung zu überzeugen, dass Wasser in der That
durch einfache Reihung siedend gemacht werden kann,
und zwar in kürzester Zeit. - Sie sehen hier die kleine Kochmaschine,
die ihren Haupthestandtheilen nach aus einer Messingrohre besteht, die
zwischen einer Art Holzzange gedreht werden kann. Versetze ich
(lurch die Drehsehrauhe hier die Röhre in schnelle Drehung, so scheu
