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Die Principien der mechanischen Naturauffassung.
Kreislaufs der Stoffe iu den drei Naturreichen uns gelehrt, dass die Pflanze den Sauerstoff aus seinen festen chemischen Verbindungen, namentlich mit dem Kohlenstoff, herausreisst und befreit, um aus einfachem hochoxydirtem, rein unorganischem Stofifmaterial verbrennliche organische Substanzen von hochcomplicirter, minder fester Zusammensetzung zu erzeugen : so drängt sich nothwendig die Frage auf : Woher nimmt die Pflanze die nöthige Kraft, um diese innere Arbeit zu leisten ? — Nun, die moderne Naturwissenschaft ertheilt darauf die bestimmte Antwort: die Pflanze schöpft diese Kraft aus dem Sonnenstrahl, dessen Kraftintensität bekanntlich so gross ist, dass seine Schwingungen 30000 Kilometer in der Secunde durchlaufen ! Und wenn ein solcher Einfluss des Lichtes auf die Pflanzenthätigkeit vor wenigen Decennien noch völlig unverständlich gewesen wäre ; so verliert er heute alles Eäthselhafte, sobald Sie erwägen, dass der chemische Vorgang in der Pflanze ganz und gar auf Bewegungen beruht, dass das Licht gleichfalls durch Schwingungen der Aetheratome bedingt ist, dass aber, nach allen Erfahrungen, die wir bisher gemacht, der Uebergang welch immer einer Bewegungsform in eine andere ein Charakterzug ist. der allen Naturkräften gemeinsam zukommt. Wenn Sie somit erfahren, dass die langsameren Lichtschwingungen, zu denen das Roth gehört, die Blätter grün färben und mit Hilfe der Blattgrün-Kügelchen dann die Kohlensäure der Luft in Kohle und Sauerstoff zerlegen ; so kann Sie das nicht mehr befremden, als wenn Sie gesehen haben, wie die mole-cularen Wärmebewegungen zu chemischen Zersetzungen und Verbindungen geführt haben. Selbstverständlich, kann auch von einem Verschwinden der lebendigen Kraft des Sonnenstrahls in der Pflanze nicht die Rede sein ; sie wird in ihr nur zur Spannkraft, die unter bestimmten Verhältnissen wieder in lebendige Kraft, wenn auch unter anderer Form, übergehen kann. »Die Arbeitskraft, die in der Kohle ruht, ist fixirte Arbeitskraft der Sonnenstrahlen: man hat berechnet, dass jedes Stück Kohle beim Verbrennen so viel Kraft frei macht, um sein eigenes Gewicht, der Schwere entgegen. 400 Meilen hoch empor zu schleudern.« Die vom Sonnenstrahl in die Kohle abgelagerte Spannkraft tritt somit als Wärme, als mechanische Arbeitskraft wieder hervor.
An Erfahrungen, dass, auch umgekehrt, Affinitäts- und Wärmebewegungen in Lichtschwingungen übergehen, fehlt es gleichfalls nicht. Das Leuchten unserer Gas- und Kerzen-Flammen, die Lichterscheinungen bei Insecten und Fischen, bei der langsamen Oxydation des Phosphor, sie sind insgesammt ebenso viele Zeugnisse für diese Umwandlung.