﻿IX. Chem. Affin., Elektric., Elektru-Magu., Lieht: Bewegungsfonnen. 274
Chemische Leistung mit einem Elektromagnet, der Gewichte zu heben, mechanische A r b e i t zu leisten im Stande ist, und lassen wir wieder die Batterie so lange in Gang, bis sich 5 Äequivalent Zink in derselben gelöst haben. Mit diesem selben Quantum von verbrauchter chemischer Triebkraft wird unter den neuen Umständen, unter Vermittelung desselben elektrischen Stromes, abermals eine doppelte Arbeit geleistet : ein Quantum Wärme und ein Quantum mechanischer Arbeit. Die Summe beider Quantitäten ist wieder = 91 Calorieen. Die wirklich entwickelte Wärmemenge beträgt abermals weniger als 94 (’alorieen; was daran fehlt, entspricht aber genau dem in Wärmeeinheiten ausgedruckten mechanischen Arbeitsquantum durch den Elektromagneten ! Dem Gesetz von der Erhaltung der Kraft wird vollkommen genügt, trotzdem der elektrische Strom selbst und das neue Agens, durch welches er die mechanische Arbeit der Hebung eines Gewichtes geleistet hat — der Magnetismus — ins Spiel kamen.
Abgesehen von dem merkwürdigen Umstande, dass die elektrischen und magnetischen Erscheinungen fast wie etwas Immaterielles zum Vorschein kommen, und sich doch am Zustandekommen der materiellen Vorgänge betheiligen, lernen wir aus den letzten Versuchen die wichtige Thatsache kennen: dass es bei gleichem Aufwande an chemischer Triebkraft in Form von Spannkraft genügt, die Natur und Anordnung der Bestandteile des Apparates, — welcher bestimmt ist, die potentielle Energie der 5 Äequivalent Zink in actuelle umzusetzen, — zu verändern, um als Ergebniss jenes Aufwandes bald eine Wärmemenge allein, bald einen elektrischen Strom und Wärme, bald, unter Vermittelung des elektrischen Stromes, Wärme und zugleich chemische Zersetzungsarbeit, oder aber, wie beim Gebrauch des Elektromagnet^, Wärme und zugleich mechanische Arbeit zu erhalten.
Wir erfahren hier neuerdings in unzweifelhafter Weise, dass die wirkungsfälligen Naturkräfte in einer eigentümlichen Wechselbeziehung stehen und durch einander hervorgerufen oder in einander verwandelt werden können, je nach der Anordnung und Beschaffenheit der Apparate, die wir hierzu anwenden. Wir erfahren aber zu gleicher Zeit, dass dabei stets ein strenges, gegenseitiges Aequivalenzverhält-niss herrsche. Diese Wechselbeziehung nennt man die Transformation der Natur k r ä f t e, und ihr wollen wir in der nächsten Vor-lesung eine eingehende Betrachtung widmen.
Heute sei nur noch mit wenigen Worten des Lichtes Erwähnung getan, in dem wir ebenfalls eine Form der Triebkraft oder arbeitsfähigen Naturkraft anzuerkennen, ja im eigentlichen Sinne die Quelle aller anderen zu suchen haben. —Hat die Auseinandersetzung des
IS
Czermak, Schriften. II.