266 	Die Prineipien der mechanischen Naturauffassung.

jetzt ihre Thätigkeit darauf beschränkt, unter den neu gruppirten Ato-
men die innigste, festeste Verbindung aufrecht zu halten, jeder Tren-
nung derselben zu widerstreben, ohne irgend eine Veränderung, sei es
Arbeit oder Wärme, hervorbringen zu können, - gerade so wie die
Cohäsion eines entspannten elastischen Körpers nur mehr die Molecule
desselben in ihrer Anordnung und Gleichgewichtslage im Raume fest-
hält, und wie die Schwere das zu Boden gefallene Gewicht mit der
Erde in Berührung erhält und seiner Hebung widerstrebt, ohne (lass da-
gegen dort die Cohäsion, hier die Schwere sonst irgend eine Verände-
rung- hervorzubringen vermöchte. Und gleichwie ferner ein Quantum
einer fremden Triebkraft aufgewendet werden muss, um das Gewicht
zu heben, den elastischen Körper zu spannen, wenn Schwere und Go-
häsion wieder als Triebkraft wirksam werden sollen, ebenso kann den
Sauerstoff-. Wasserstoff- und Kohlenstoflittomen die verlorene Arbeits-
kraft nur dadurch wiedergegeben werden, dass wir (lie als Verbren-
nungsproduete aus ihnen neuentstandenen Verbindungen, die Kohlen-
säure und das Wasser, zerlegen, d. h. ihre Elemente, entgegen der
unter ihnen herrschenden Affinität, wieder von einander trennen. aus
einander reissen. was ha mechanischen Sinne genau dasselbe ist. wie
(lie Hebung des Gewichtes oder die Veränderung der unmessbar klei-
nen Zwischenräume zwischen den in ihrer Gleichgewichtslage befind-
lichen Moleeiflen des elastischen Körpers. Wir werden also in unserem
Falle eine entsprechende Menge fremder Triebkraft aufwenden müssen,
welche den Widerstand der Affinität zu überwinden und die festen
chemischen Verbindungen der Kohlensäure und des Wassers zu zer-
legen vermag.
	Ich sa3'te Ihnen. dass die Affinität. welche (lie chemischen Ver-
bindungen der Atome bestimmt, dabei lebendige Kraft in Form von
Wärme entwickelt. deren Quantität sieh durch Wär;ueeinheiten aus-
drücken lässt, welche, nach dent mechanischen Aequivalent, als Kilo-
grammmeter berechnet werden können. - So lange (lie chemische
Reaction der Körper noch nicht begonnen hat, ist (lie Kraftquantität
ganz »potentiella sie wird",
	etuell». d. h. lebendige Kraft oder Wärme,
sowie (lie chemische lieaction beginnt, und ist ganz in Wärme unige-
setzt, wenn endlich (lie neuen Verbindungen geschlossen und herge-
stellt sind. Die Erfahrung zeigt nun, dass (lie (litre Ii einen und
denselben chemischen Vorgang zu Stande komm ende
totale Wärmemenge absolut eons taut bleibt.
So entwickeln sieh nach genauen Messungen hei Verbrennung eines
Kilogramm Wasserstoff zu Wasser 3-1,462 Wärmeeinheiten oder Cab-nee«. Diese 
enorme Wäriaemeuge ist (las Aequivalent der verrichteten
