X. Rckblick: die Trnwandlungen der einzelnen Bewegungsformen etc. 281

als mechanische Bewegungsvorgnge der Molecule, der chemischen
Atome und der Uratome auffassen lernten. Auch die elektrischen und
magnetischen Erscheinungen, obschon sie ihrer eigentlichen Wesenheit
und Natur nach noch dunkel sind, fgen sich insofern in den Rahmen
der mechanischen Naturauffassung, als sie sich an dem Zustandekom-men der 
Bewegungsvorgnge in der Natur in einer solchen Weise be-
tlieiligen, dass wir berechtigt sind, den Satz auszusprechen, dass alle
die verschiedenen Krfte, welche man frher als die Ursachen der ver-
sehiedenen Naturerscheinungen 1)ostuhren zu mssen glaubte, wesent-
lieb g 1 ei e hart i g und mir verschiedene Erscheinungsformen einer
und derselben mechanischen Kraft sind, die alsAnziehung
in den Krperatomen, als Abstossung in den Aetheratomen ihren Sitz hat.
	Es ist lehrreich sieh hier klar zu machen, Wi e man zur Aufstel-
lung so verschiedener Naturkrfte kommen musste. Die Forderung,
die Naturerscheinungen zn begreifen, heisst so viel, als ihre Gesetze
zu finden. In der That ist ein Naturgesetz, nach HEL1uourz' Defini-
tion der allgemeine Begriff, unter den sieh eine Reihe gleich-
artig ablaufender Vorgnge zusammenfassen lsst. d. h. es ist der
Ausdruck dessen, was allen Einzelfllen einer gleichartigen Ersehei-
nungsweise gemeinsam ist und was wir in allen diesen Fllen aus-
nabmslos regelmssig wiederkehrend finden. Die Ansnahmslosigkeit
ist das Kennzeichen der Wahrheit und Wirklichkeit des Gesetzes. So
tritt uns das Gesetz nut zwingender Nothwendigkeit und Gewalt als
fremde reale Macht entgegen, und demgemss objeetiviren wir es als
besondere Naturkraft, und so kommen wir zur Statuirung von einer
besonderen chemischen Verwandtschaftskraft oder Affinitt. einer be-
sonderen Cohsionskraft, einer besonderen Schwerkraft oder Gravita-
tion, von Wrme, Lieht, Elektricitt, Magnetismus und endlich einer
besonderen Lebenskraft n. s. WI. In diesem Sinne bezeichnet das Wort
)Kraft ein Etwas, das nicht an sich und in seiner Wesenheit bekannt
und erkennbar ist, sondern nur durch und in seiner gesetzmssigen
Wirkungs\veise und mannigfaltigen Erscheinungsform. Nach tier me-
chanischen Hypothese tier modernen Naturwissenschaft sind aber alle
these besonderen und verschiedenen Naturkrfte, welche man als die
Ursachen der Naturerscheinungen postulirt, letzten Endes auf eine
und dieselbe mechanische Bewegungskraft zurckzufhren, welche als
einfache anziehende C e ntr alk raft in jedem Krperatom, als
einfache abstossende Ce ntr alk raft in jedem Aetheratom ihren
Sitz hat.
	Wir haben ja gesehen, dass in der That alle die verschiedenen
Naturkrfte, insofern sie Vernderungen hervorrufen. d. Ii. Arbeit
