276 	Die Principien der mechanischen Naturauffassung.

geleisteter Arbeit in Fusspfunden oder Kilogrammmetern, und wir er-
kannten, dass wir damit zugleich ein exactes und ganz allgemeines
Maass für ein bestimmtes Quantum mechanischer Triebkraft erhalten
hatten, welches irgendwo und irgendwie in Form von Spannkraft oder
lebendiger Kraft, als Gesammtvorrath von Triebkraft oder totale Ener-
gie vorhanden oder disponibel ist. - Für das Spannkraftsquantum
ergab sieh die Formel: Ph = Mg Ii; für dasselbe Quantum in Form
von lebendiger Kraft hingegen die Formel: und der eigentliche
Sinn des Gesetzes von der Erhaltung der Kraft erschloss sieh uns da-
hin, dass nach demselben die Summe von Spannkraft und lebendiger
Kraft, oder die totale Energie eine durch das gauze Universum con-
stante und sieh gleichbleibende Grösse sein sollte, indem für jedes
Quantum von Spannkraft, das verschwindet, ein genau äquivalentes
Quantum lebendiger Kraft entsteht und umgekehrt, (lass mit einem
Worte nicht nur die Kraft wie der Stoff, sondern auch die Kraftleistung
oder das Quantum der geleisteten Arbeit unerseliaffbar und unvernicht-
bar sei und somit in unveränderter Quantität im Naturganzen erhalten
bleibe.
	Die von uns untersuchten eonereten Fälle ans dem Gebiete der
grobineehanisehen Erscheinungen schienen jedoch der strengen und
allgemeinen Gültigkeit und Herrschaft des Gesetzes von der Erhaltung
der Kraft zu widersprechen, und ich musste Sie mit der Aussieht auf
eine spätere befriedigende Lösung dieser scheinbaren Widersprüche
verweisen. Sie wissen bereits, (lass diese Aussicht keine trügerische
war -
	Indem wir die Warme als eine Art der mechanischen Triebkraft,
nämlich als lebendige Kraft, d. li. als erlangte Geschwindigkeit der
kleinsten Massentheilehen, kennen lernten, und als sich uns im Zusam-
menhange hiermit (las Yerständniss tier mechanischen oder dynami-
sehen Wärmetheorie und die Einsicht in das eigentliche Wesen und die
Natur der Wärme als einer Art der Bewegung erschloss - da ging uns
mit einem Male die grossartige Erkenntniss auf, dass der B e griff
und das Maass der mechanischen Arbeit, der Begriff
und das Maass der mechanischen Trieb- oder Arbeits-
kraft in Form von potentieller und actuellcr Energie
oder von Spannkraft und lebendiger Kraft, auf alle
	aturpro cc s se und arbeitsfähigen Naturkräfte an-
wendbar ist, und (las Gesetz von tier Erhaltung der
Kraft trat in seiner Bedeutung und strengen Allge-
m eing ii ltigk cit immer deutlicher and scharfer hervor.
