﻿X. Rückblick : die Umwandlungen der einzelnen Bewegungsformen etc. 283
Weise zusammengeordneten Stoffelementen oder Uratomen innewohnen. —
Und so haben wir es denn immer und unter allen Umständen eigentlich mit einer einzigen Kraft, der mechanischen, zu thun, welche in zwei gleichartigen, aber entgegengesetzten, und nach verschiedenen Gesetzen der Zu- und Abnahme der Intensität mit der Entfernung functionirenden Formen — als Anziehungskraft in den Körperatomen, als Abstossungskraft in den Aetlieratomen — auftritt.
Alle Verschiedenheiten der Eigenschaften der so mannigfaltigen Stoffe beruhen demzufolge nur auf einer verschiedenen Vertheilung und Gruppirung der Uratome im Räume ; allen Veränderungen und Vorgängen in der Natur, so verschieden und mannigfaltig dieselben auch sein und erscheinen mögen, liegen in letzter Instanz immer nur Veränderungen in der räumlichen Vertheilung und Gruppirung der Uratome zu Grunde, — Veränderungen, welche selbstverständlich nur durch Bewegungen von bestimmter Richtung und Geschwindigkeit zu Stande kommen können. Es gibt also überhaupt nur zwei Zustände, in welchen sich ein einzelnes Aether- oder Körperatom, oder ein ganzer Complex von solchen, die wir als chemische Atome, Molecule und Mo-leeülaggregate oder Molen bezeichnet haben, befindet ; sie sind nämlich immer entweder in Ruhe oder in Bewegung, und daher kann sich in letzter Analyse überhaupt nur zweierlei im materiellen Universum, welchem in einem gegebenen Augenblick eine bestimmte Vertheilung und Anordnung der Atome zu Grunde liegt, ereignen : eine Veränderung des Ruhe- oder des Bewegungszustandes, in dem die Atome sich eben befinden.
Es lassen sich demnach drei specielle Fälle unterscheiden : es geht die Ruhe des Atoms oder Atomcomplexes in Bewegung über, — es nimmt die Bewegung, mit oder ohne gleichzeitige Aenderung ihrer Richtung, an Geschwindigkeit zu, — es findet endlich das Entgegengesetzte, nämlich eine Verzögerung der Geschwindigkeit statt, und dann kann die Bewegung mit oder ohne Richtungsänderung allmählich oder plötzlich ganz zur Ruhe kommen. —
Hier erachte ich es für zweckmässig, Sie an eine allen Körpern zukommende Eigenschaft zu erinnern, an die Trägheit oder das Beharrungsvermög'en nämlich, welches macht, dass ebensowenig wie ein vorhandener Ruhezustand in Bewegung übergehen kann, ebensowenig die Richtung oder Geschwindigkeit einer einmal vorhandenen Bewegung sich verändern kann, ohne die Dazwischenkunft irgend einer neuen Kraftäusserung. Eine einmal erzeugte Bewegung, d. h. die in einer bestimmten Richtung erlangte Geschwindigkeit eines