29) 	Die Principien der mechanischen Naturanffassung.

wie dies a priori nicht anders erwartet werden konnte - auch fur die
Vorgnge in der organ is ehe n Natur. Was den Stoff betrifft. hat
mein frherer Vortrag ber den Kreislauf desselben in den drei Natur-
reichen Sie wohl gengend von seiner Unvernderlichkeit berzeugt
von der Kraft und ihrem Gesetze der Erhaltung sei von mir heute nur
im Allgemeinen der unter den Physiologen zur Zeit herrschenden An-
sehauuug erwhnt.
	Die Pflanzen, wird allgemein gelehrt, entnehmen die Triebkraft
in Form von lebendiger Kraft der Sonnenstrahlung; ohne ussere Ar-
beit zu leisten, verschlucken sie die Sonnenstrahlen, leisten vorzugs-
weise innere Arbeit, indem sie in den grnen Pfianzentheilen chemische
Zersetzung herbeifhren, wobei die lebendige Kraft in Spannkraft um-
gewandelt wird: (lie Thiere ihrerseits nehmen in den verbrennliehen
organischen Substanzen Spannkraft auf und verwandeln sie in leben-
dige Kraft in der Modalitt der Wrme. Contraetilitt und Neurilitt.
	In unseren Organismen iusgesammt haben wir somit keine Kr a ft-
erze u g er. sondern bios Trau s fo ruin ti o us app a rate.

	Ich darf Sie nunmehr wohl daran erinnern. (lass wir schon in einer
der ersten Vorlesungen an die nachgewiesene Uuvernderliehkeit und
Unzerstrbarkeit des elementaren Stoffes eine Reihe von raschen
Sehlussfolgeruugeu geknpft hatten, welche in dem Satze gipfelten,
(lass es das Endziel der modernen mechanischen Naturauffassuug sei
die allem Geschehen in der Natur zu Grunde liegenden
Bewegungen und deren Triebkrfte zu finden und (lie
gesammte Naturwissenschaft als ein Problem der ana-
lvtisehen Mechanik zu behandeln.
	Damals musste Sie diese ganze Auffassungsweise und U edauken-
kette usserst fremdartig annuithien und wie ein wster. unverstud-
licker, , zusammenhangloser rrraual in eine Art Verwirrung versetzen.
Heute hoffe ich Sie geullgend vorbereitet zu finden (lie damaligen
,Schlussfolgertingen init verst:indnissvollem Bewusstsein zi begleiten
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und deren bindende Kraft anzuerkennen.
	Wir haben uns iait der Vorstellung vertraut gemacht. class allen
Naturerscheinungen nur Vernderungen der V er t ii ei Inn g (icr U r-
a tom e im Il a um e zu Grunde liegen , (lass somit alle Vorgnge in
der Natur. so verschieden und mannigfaltig dieselben auch immer sein
laUgen . in letzter Instanz (lurch ma e eh anis eh e B civ e gun g zu
Stande kommen. Ich brauche Sie nicht daran zu erinnern, dass wir (lie
Vernderung der ggregatzustiiude. den Wechsel der chemischen Ver-
bindungen. (lie Wrme und Liehtentiviekelung in ansehauhichster Wehe
