278 	Die Principien der mechanischen Naturauffassung.

nicht, was eine gewisse Menge Elektricität ist, und haben daher auch
keinen Ausdruck für ihr direetes Aeqnivalenzverhältniss zu den an-
deren Kräften, allein es gilt, wie ich im jüngsten Vortrage gezeigt
habe, nichtsdestoweniger in aller Strenge das Gesetz von der Erhal-
tung der Kraft auch für alle Wirkungen und Arbeitsleistungen, die
unter der räthselhaften Vermittelung des elektrischen Stromes zu
Stande kommen.
	Die eben gegebene Uebersicht über die Erscheinungsformen der
im Naturganzen thätigeu Kräfte erinnert uns daran:
	I dass sieh (lie wirkungsfähige Trieb- oder Arbeitskraft in all c ii
Fällen ers e h ii ft - und zwar genau in dem Maasse, als sie die Ar-
beit wirklich leistet: und
	2) dass sie wieder hergestellt werden kann, aber immer nur u n -
t er der Bedingung, dass eine bestimmte Menge einer anderen
Triebkraft dazu aufgewendet wird, gleichgültig welcher Art und Natur
diese andere fremde Triebkraft auch sein mag.
	Diese Möglichkeit der Wiederherstellung einer verloren gegange-
nen Triebkraft durch Aufwendung einer anderen beruht auf der soge-
nannten Transformation der Naturkräfte. auf dem Vermögen
derselben, gegenseitig in einander überzugehen. - Sie lernten bereits
der Erfahrungen viele für diese Thatsaehe kennen, ich will sie Ihnen
jetzt durch noch eine Reihe von Beispielen ad oculos demonstriren.
	Ich habe hier ein gehobenes Gewicht, das fallen kann, also ein
Quantum disponibler in e eh a n i s c Ii er T r i e b k r a ft in Form von
Spannkraft. Fällt (las Gewicht, wirkt die Schwere als lebendige Kraft,
so entsteht Be iv e g tin g, und (las Gewicht hat am Ende des Fallraumes
eine bestimmte Ge s eh iv in (Ii g Ice it, ein bestimmtes Quantum leben-
diger Kraft, erlangt. Lasse ich eine Feder gegen die Rolle drücken,
so kommt (las Gewicht am Ende des Fallranmes ohne merkliche Ge-
schwindigkeit an dagegen hat sich in Folge der Reibung eine äquiva-
lente Wärmemeuge entwickelt. -
	Benütze ich (lie Triebkraft des fallenden Gewichtes. uni diese
magneto-elektriselie Maschine zu treiben, so erhalte ich cl ek t r is ehe
S t röm e unter \Termittelung des Magnetismus.
Genau dieselben wirkungsfähigen Kraftformen der Wärme und der
elektrischen Ströme kann ich auch durch Aufwendung eines Quantums
irgend einer anderen mechanischen Triebkraft, z. B. einer gespannten
Feder oder der erlangten Geschwindigkeit bewegter Massen, disponibel
machen. Kurz, mechanische Kraft gibt Gesehivindigkeit bewegter
Massen, Wiirme und elektrische Ströme.
Die Wärme wieder kann sich in mechanische Kraft ! Dampf-
