2s6 	Die Principien der mechanischen Natarauffassung.

aetnelle und potentielle Energie, die letztere als Schwere, Cohäsion,
Affinität u. s. w. Die genaue physikalische Analyse eines jeden Vor-
ganges in der Natur lässt uns also erkennen, dass dabei weder Stoff
noch Kraft erzeugt oder vernichtet wird: in jenem ändert sieh nur die
Vertbeilung und Anordnung seiner Atome und Atomeomplexe im Raume,
bei dieser setzt sieh nur die potentielle Energie in aetuelle oder vice
versa um, und es wird eine ihrer Erscheinungsformen in ein genau
äquivalentes Quantum einer anderen transformirt.
	Wir haben diese grosse Thatsache so ausgedrückt, dass wir sag-
ten: Alles Geschehen beruhe auf der Transformation der Naturkräfte
nach strenger Aequivalenz und der Gesammtvorrath an Natur-
kraft oder die totale Energie im Universum sei somit
eine eonstante, unveränderliche Summe von Spannkraft
und lebendiger Kraft oder potentieller und actueller
En er g i e. - Wir meinten damit genau dasselbe, was wir soeben im
Lichte der atomistiselien Theorie in seinem eigentlichsten Wesen durch-
schaut haben: denn was ist S i ann Ic r a ft anders als die Quantität der
Kraftäusserung, welche als überwundener Widerstand, d. Ii. als 
Bewe-gungshemmung, die ganz bestimmte, in einem gegebenen Augenblick
vorhandene Yertheilung und Anordnung der Atome und Atomeomplexe
im Raume herbeiführen half, was ist ferner lehen dig e 1C r a ft an-
ders, als die Bewegung erzeugende Aeussernngsform. welche in einem
gegebenen Augenblicke als erlangte Geschwindigkeit der in bestimmter
Richtung in Bewegung befindlichen Atome und Atomeomplexe, nach
Lteberivindung der entgegenstehenden Widerstände übrig geblieben ist,
-und was heisst endlich Transformation der Naturkräfte in
einander anders, als jene Yeriiuderung der Yerthcilung und Gruppi-
rung der Atome und Atomeomplexe im Raume. welche die in jedem
Augenblicke vorhandene räumliche Gruppirung und \Tertheiluug der
Atome und Atomeomplexe im nächstfolgenden Augenblicke durch den
äquivalenten Wechsel der Bewegung hemmenden und Bewegung er-
zeugenden Kraftäusserungen bedingt und herbeiführt.
