	Ueber den Bau und Mechanismus des menschlichen Krpers.	301

lieh zugeht, welche Organe dabei thtig sind und wie ihre Tbtigkeiten
in geregeltem Zusammenwirken erhalten werden.
	Da sind zunchst die Yerdaunngsorgane, welche Speise und
Trank in Ernhrungsmaterial verwandeln ; da sind ferner die C iren -
1 at ions organ e, welche die Bewegung und Vertheilung des Blutes,
der Gewebesfte und des assimilirten Ernhrungsmaterials besorgen;
da sind endlich die E x er e t ions - oder Ansseheideorgane, durch
welche der Krper seine verbrauchten und unbrauchbaren Zersetzungs-
produete los wird. Eines dieser Organe - die Lunge ist so einge-
richtet, dass es nicht nur Answnrfsstoffe ausscheidet, sondern zugleich
auch etwas aufnimmt, was zwar weder Speise noch Trank ist, fr die
Erhaltung des Lebensproeesses aber ebenso wichtig als beides erscheint
- nmlich Sauerstoff!
Die Verdauungsorgane sind:
	Der Da rm oder Nahrungskanal im weitesten Sinne, nebst allen
seinen drsigen Anhngseln, die ihre Absonderungssfte in die ver-
schiedenen Abschnitte seiner Hhlung ergiessen - also
1)	der Kopfdarm oder die Mundhhle mit den Speieheldrllsen:
2)	der Halsdarm oder Schlund mit dem Anhang der Speiserhre
3	der Brustdarm oder die Speiserhre:
4)	der Bauehdarm, d. h. der Magen mit den Magensaft- oder
Labdrsen. und Darm im engeren Sinne: nmlich der Dnn-
darin mit der Bauchspeicheldrse und der Leber, die die Galle
absondert. und der Dickdarm, welcher sich durch den After
nach aussen ffnet.
	Was die Verdauungsorgane thun, ist zuerst, dass sie die Nahrung
'aufnehmen und zerkleinern, sodann dass sie sie mit einer Reihe ei gen-
thmlieher chemischer Agentien - oder Verdauungssften -, die aus
den verschiedenen genannten Drsen stammen, innig durchfeuehten
und behandeln und endlich hierdurch den Speisebrei Chymus in eine
Flssigkeit und in einen unlslichen Rckstand trennen. Letzterer, der
keinen Nahrungswerth hat, wird als Excrement oder Roth von Zeit zu
Zeit durch den After ausgepresst, whrend erstere, die alle assimilirten
Nhrstoffe in Lsung oder feinster Vertheilnug suspendirt enthlt, von
der Darmsehleimhaut aufgesaugt wird, d. h. sie dringt in die Schleim-haut 
ein, gelangt in den daselbst befindlichen Abschnitt der Cireula-
tionsorgane und wird in den allgemeinen Strom der Sftehewegung
hineingezogen. --Die eontinuirliehe Unterhaltung und Vertheilung die-
ses Saftstromes im ganzen Krper ist, wie gesagt, die Aufgabe der
Cireulationsorgane. zu deren Skizziruug wir nun schreiten wollen.
Das Centrnm des ganzen Circulations systems ist das Herz,
