:306 	Ueher den Ball und )lee]ianinins des unensehuic]ien Ktirpeis.

Kohlensaure. Ammoniak und einige Salze aufgelst haben und nur die
Knochen und Zahne brig bleiben.
	Aber selbst diese dichten und halbversteinerten Gebilde knnen
iucht auf die Dauer der vereinten Wirkung' von Luft und Wasser,
Wrme und Klte widerstehen. Frillier oder spter lst sieh ihre knor-
pelige Grundlage. welche die Kalksalze zusanunenhlt, auf. und die
erdigen Massen werden brchig und zerfallen zu Staub . der sieh im
Wasser und auf der Erdoberflche zerstreut, wie sich die gasfrmigen
Vcrsvcsungsproductc in der Atmosphre verlieren.
	So kehrt Stoff und Kraft, welche ein lebendes Individuum gebildet
hatten, in den Gcsammtvorrath des Weltganzen zurck . um nach ln-
geren oder krzeren Wanderungen durch ungcmcsscnc Rume sich an
der Bildung neuer Formen. an der Erzeugung neuer Bewegungsorgane
zu betheiligen.
	Unter dem Einfluss der Sonnenstrahlen bringt (lie Pflanzenwelt
eine Anzahl wandernder Kohlensure-, Wasser-. Aiamoniak- und Salz-
atoiae. indem Sauerstoff frei wird, in coinphicirtc, aber niedrig oxydirtc
organische Verbindungen. Von den Pflanzen nhren sich die Tlncrc,
der Mensch verzehrt beide - und daher ist es nicht unmglich . (lass
Atome. welche einst einen intcgrircndcn Bestandthcil des geschftigen
Gehirns eines Alexander des Grossen ausmachtcn, heute den Krper
eines Fanlthiers in Sdamerika bilden helfen und im nchsten Jahr-
hundert vielleicht unserem eigenen Urenkel angehren werden. -
	Das allgemeine Gesetz des Vergehens der Individuen bedingt mit
logischer Nothwcndigkcit, dass die Menschen die Fhigkeit besitzen
mssen. Kinder zu zeugen. - vorausgesetzt, dass sich die Menschheit
als Gattung und Ganzes ohne Dazw'ischcnkunft neuer fortschreitender
Entwickclnngcn der Thierwelt nach DAR\vIN'schcm Princip oder gar
neuer Mcnschcnschpfangsactc - auf lngere Zeit hinaus erhalten
soll. - Das Fortpflanzung'sgcschft vollzieht sich heim Men-
sehen nach dem Typus der getrennt-geschlechtlichen Zeugung und zer-
fllt in drei Actc
1.	Absonderung des Zeugnngs- oder Keimstoffes, Ei und Samen:
2.	Befruchtung des Eies innerhalb der weiblichen Zengnngstheilc
durch die Begattung der Gcschlechtsindividnen:
3.	Beherbergung und Ernhrung des in der Entwickelung befind-
lichen neuen Individuums bis zur Geburt.
Die Generationsorgane zerfallen demgemss in die Geschlechts-
drsen mit ihren Ausfhrungsgngen, in die Begattnngstheile und in
den nur beim Weibe zu physiologischer Bedeutung entwickelten Ge-
stationsapparat, dessen wichtigster Bcstandtheil die Gebrmutter ist.
