	Leber den Bait und Mechanismus des menschlichen Krpers.	293

Zeit dell Krper zu Verbindungen gruppirt, welche eine sehr einfache
Zusammensetzung, aber einen hheren Sauerstoffgehalt haben, der aus
der eingeathmeten Luft stammt.
	3) Diese ununterbrochene Zersetzung und Oxydation steht in einem
bestimmten Yerhltniss zur Hhe der lebendigen Kraftentwickelung
des Krpers, - geradeso wie das Quantum mechanischer Arbeit,
welche eine Danipfmasehine leistet, und die Wrmemenge, welche
dieselbe ausstrahlt, der Consumption einer ganz bestimmten Menge von
Brennmaterial entspricht!
	You diesen allgemeinen Betrachtungen, welche uns lehrten, das
Leben als physiologische Ar b e it aufzufassen, wenden wir nun unse-
ren Blick dem Apparat zu, der diese Arbeit leistet.
	Wir haben das Wesen und die Natur der Verrichtung der
lebendigen Maschine im Allgemeinen erfasst, versuchen wir jetzt, uns
eine hnliche, allgemeine Einsicht in den Bau und die Einrichtung
derselben zu verschaffen!
	Am menschlichen Krper unterscheidet man auf den ersten Blick
Kopf, Hals und Rumpf, und die au dem letzteren beweglich be-
festigten oberen und unteren Gliedmassen oder Extremitten, -
die Arme und die B eine welche zwar in der Form etwas von ein-
ander abweichen, in ihrem Bau aber die vollstndigste Uebereinstim-
muug zeigen, indem dem Oberarm. Vorderarm, der Handwurzel und
den Fingern, der Oberschenkel, Unterschenkel, die Fusswurzel und
die Zehen genau entsprechen.
	Der ganze Krper zeigt bilaterale Symmetrie, so dass derselbe
nach der Mittellinie in zwei ganz gleiche Hlften - eine rechte und
eine linke - zerlegt werden kann.
	Betrachten wir eine solche Krperhlfte, z. B. die rechte, von
innen, so erkennen wir sofort, dass sich durch Kopf, Hals und Rumpf
zwei Reihen von Hohlrumen der Lnge nach erstrecken, welche die
verschiedenen inneren Organe - die sogenannten Eingeweide -
einschliessen und beherbergen )vgl. Fig. 20 auf Tafel 3.
	Das Studium eines solchen Lngssehnittes lehrt uns, dass der Kr-
per so zu sagen aus zwei vollstndig getrennten Rhren besteht, zwi-
schen denen die Reihe der Wirbelkrper und deren Fortsetzung mi
Kopf, die Schdelbasis , eine ununterbrochene
Scheidewand bildet,
weshalb die eine als die hintere oder do r s ale, die
andere als die vor-
dere oder veutrale Rhre bezeichnet wird.
	Die Schdelhhle und der Rtiekgratskanal, welche ein 
zusammen-
hngendes Ganze ausmachen 
und die grossen centralen Nervenmassen
- Hirn und Rckenmark - beherbergen, sind die dorsale Rhre,
