lieber deli flau und Mechanismus des menschlichen Körpers.

Muskeln eines Eingerichteten noch stundenlang nach dein Eintritt jenes
Zustandes. den man gewöhnlich den Tod nennt, durch Application ge-
eigneter I e ize zu kriiftigen Znsamiienziehungen veranlasst werden
können. Sie sehen also, so paradox es auch klingen mag, der Mensch
ist todt, aber seine Muskeln leben noch. Und das gilt von allen Ge-
weben. nur mit dem Unterschiede dass es kürzere oder liingere Zeit
dauert, his der Tod in ihnen eintritt. Dies hängt theils von ihrer
Struetur ab theils auch von der Art wie der Mensch getödtet, und
unter welchen Bedingungen (lie Leiche aufbewahrt worden ist.
	Bekanntlich sind (lie Todesarten sehr verschieden : wir sprechen
vom natürlichen 'Tod in Folge hohen Alters oder einer der unzähligen
Krauldieiten : vom unnatürlichen Tode oder besser gewaltsamen Tode
(lurch Erstickung. dnreh Verhungern, durch mechanische Verletzungen
oder Gifte. Sehen wir genauer zu, so sind freilich alle (lie verschiede-
nen Todesarten zuletzt durch (las Aufhören der Funetionen immer
derselben drei Hauptorgane bedingt - nämlich des verlängerten
Markes. des Herzens und der Lungen. Man hat diese Gebilde deshalb
poetisch den Dreifuss des Lebens genannt.
	Vom allgemeinen Tode, welcher in dem absoluten Stillstand a 11 er
1ebensthütigkeiten sit in in t lie ii er Gewebe des menschlichen Körpers
besteht. müssen wir noch den locale n Tod unterscheiden. Der locale
Tod bezieht sieh auf (lie Zerstörung der rnorplwlogisehien Bestand-
theilc. welche ununterbrochen an fast allen Punkten des Körpers willi-
rend des ganzen Lebens vor sich geist. Er ist (lie Quelle alles Lebens
Ohne (lass wir es wissen und merken , sterben (lie individuellen Ge-
webebestandtheile ab und werden durch neue ersetzt. Nur wenn dieser
locale Tod durch zufällige innere und äussere Ursachen in grösserem
Maasstabe auftritt, können ganze Gewebe, ja ganze Gliedmassen bei
lebendigem Leibe absterben. So kann ein glühendes Eisen ein haut-
stück. mit dem es in Berührung gebracht wird, augenblicklich zerstören
und den loealen 'Tod desselben bedingen, so stirbt ein ganzes Glied
ab, eine Hand z. B. wenn der Zn- und Abfluss des nährenden Saftstro-
nies dauernd unterbrochen wird, und bietet dann (lie wunderbaren Er-
scheinungen des brandigen Zerfallens oder der Mmaification dar.
	Der ganze Körper verfällt mit dem Aufhören des Lebens der Auf-
lösung. Die eigenthümliehe Anordnung und lichtung der Alltagskräfte,
aus deren Zusammen- und Gegeneinanderwirken das Leben hervor-
ging, ist für immer gestört, und der organischen Fesseln ledig. zertrüni-
mcm sie das Gebilde, welches sie gebaut und belebt. Der Sauerstoff'
	wird zum absoluten Herrn . 	Moleelil um Moleeill wird in (lie ein-
zelnen Atome zerlet. bis sieh alle \Veiehitheile hauptsächlich in Wasser-
n
z er in	Srhnifrnn. 11
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