﻿Ueber den Bau und Mechanismus dos menschlichen Körpers.
291
Stoff und Sauerstoff bestehen, letzteren aber im Wasserbildungsver-hältniss besitzen ; — hierher gehören Zucker und Stärke ;
5) endlich anorganische Salze, namentlich phosphorsaure Alkalien und Erden, Kochsalz u. s. w., Eisen.
Eine gewisse Menge der als Nahrung eingenommenen Stoffe kann entweder nicht verbraucht werden oder wird wenigstens nicht verbraucht und verlässt den Körper mit den Excrementen oder Auswurfsstoffen in unveränderter Beschaffenheit und Zusammensetzung.
Unter normalen Verhältnissen jedoch, und wenn nur gerade so viel Nahrung eingeführt wird als eben absolut uöthig ist, dann sind in den Auswurfsstoffen weder Proteinkörper, noch Fette und Kohlenhydrate als solche nachzuweisen, sondern fast Alles was der Körper auswirft , hat die einfache Zusammensetzung von unorganischen Salzen, von Kohlensäure und Wasser und einem dritten sehr wichtigen Stoffe, dem sogenannten Harnstoff, der stickstoffhaltig ist.
Alle diese Auswurfsstoffe, welche den Körper verlassen, enthalten zu Sam men ge no mm en viel mehr Sauerstoff chemisch gebunden, als die sämmtliehen in den Speisen und Getränken eingenommenen und dem Körper einverleibten Nahrungsstoffe.
Die einzige Quelle für diesen Ueberschuss in den Auswurfsstoffen ist die eingeathmete atmosphärische Luft, denn eine genauere Analyse zeigt, dass die Luft, welche in unserem imaginären Versuch den Eisraum verlässt, nicht nur Kohlensäure und Wasser aus dem eingeschlossenen Menschen genommen, sondern ebensoviel oder mehr Sauerstoff an denselben abgegeben hat. Ja, es ist nachgewiesen worden, dass das Gesammtgewicht der Auswurfsstoffe bei einem Menschen, der weder abmagert noch stärker wird, sich also im sogenannten physiologischen Gleichgewicht der Einnahmen und Ausgaben befindet, genau gleich ist der Summe der Gewichte der eingeführten Nahrung und des eingeathmeten Sauerstoffes, welcher aus der Atmosphäre verschwunden ist.
Es ist daher mehr als eine blosse Redefigur, wenn wir sagen: das Leben sei eine Flamme, welche auf Kosten der Körperbestandtheile brenne und wärme und leuchte. Der thierische Lebensprocess ist luetisch wesentlich nichts Anderes als eine langsame, aber stätige Oxydation oder Verbrennung, welche den Körper verzehrt, wie die Flamme das Oel in der Lampe. Und wie die Flamme erlischt, wenn wir nicht v on Zeit zu Zeit neues Oel aufgiessen, ebenso kann das Leben nicht auf die Dauer bestehen, wenn der durch den Oxydationsvorgang noth-wendig gesetzte Substanzverlust nicht durch Nahrungsaufnahme wieder gut gemacht wird.
19*