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Ueber den Bau und Mechanismus des menschlichen Körpers.
beugt, wie daselbst eine weiche Masse anschwillt, hart wird und stark vorspringt. Bei der Senkung des Ellenbogengelenkes verschwindet wieder beides — die Schwellung und die Härte. Könnten wir die Haut an der angegebenen Stelle einschneiden und aus einander schlagen , so würden wir finden, dass der Körper, welcher beschriebener-massen seine Form und Spannung geändert hat, ein längliches Stück rotlies Fleisch ist, überzogen und durchsetzt von Bindegewebs-scheiden, welche sich an beiden Enden zu starken Sehnen verdichten, durch die das Fleisch oder der Muskel einerseits an das Schulterblatt, andererseits an den einen der beiden Vorderarmknochen befestigt wird. Kurz, diese Fleischmasse ist jener Muskel, welcher den anatomischen Namen Biceps brachii führt.
Wir constatiren, dass die Fasern, welche die Fleisch- oder Muskelsubstanz zusammensetzen, die auffallende Eigenschaft haben, mit grosser Kraft ihre Gestalt zu verändern, genauer: sich zu verkürzen und dabei im Verhältniss zur Längenabnahme zugleich dicker zu werden — sobald der Willensimpuls oder andere Beize auf sic einwirken.
■ Diese merkwürdige Eigenschaft der Contractilität macht die Fleisch- und Muskelsubstanz zum activen Bewegungselement des Körpers und seiner Tlieile. Zu diesem Ende sind die Fleisch- oder Muskelmassen in der mannigfaltigsten Weise zwischen den Weichtheilen und Hartgebilden angeordnet und an denselben befestigt, denn wenn sie sich vermöge ihrer Contractilität verkürzen und ihre Anheftungspunkte mit Gewalt gegen einander ziehen und einander näher bringen, so müssen sie nothwendig die mit ihnen verwachsenen passiven Tlieile in Bewegung setzen und die verschiedenartigsten Gestalt- und Lagenveränderungen derselben veranlassen.
Die erwähnten Hartgebilde des Körpers sind die Knochen und Knorpel, welche feste Grundlage und Stütze für die Weichtheile bilden. Sie haben die verschiedensten Formen und sind mit einander tlieils unbeweglich, theils beweglich zu Gerüsten verbunden. Das Hauptgerüst des Körpers nennt man das Gerippe oder Skelet. Die Knochen entstehen aus Knorpel- oder Bindegewebe, indem sich phosphorsaurer und kohlensaurer Kalk daselbst ablagert. Sie sind ein thierisches Gewebe, welches so zu sagen naturgemäss versteinert : man nennt diesen Vorgang die Ossification, Verknöcherung. Werden die genannten Kalksalze durch Säuren herausgezogen, so bleibt eine biegsame organische Masse von derselben Gestalt wie der Knochen zurück. Nicht alle Knorpel ossificiren, einige niemals, andere nur ausnahmsweise : permanente Knorpel.
Es gibt weit über 200 Knochen im menschlichen Körper, doch ist