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lieber den Bau und Mechanismus des menschlichen Körpers.
geblieben — denn werden z. B. die Fusssohlen gekitzelt, so macken die der Willkür gleichwohl absolut entzogenen Beine kräftige Zuckungen und oft sogar zweckmässige, combinirte Bewegungen, wie um sich dem lästigen Beize, der doch factisch keine Spur von bewusster Empfindung veranlasst, zu entziehen.
Bemerken Sie ferner dass, wenn in einem solchen Falle das Bückenmark in seiner ganzen Ausdehnung zerstört worden wäre, auf Kitzeln der Fusssohlen auch nicht die geringste Zuckung, geschweige denn eine combinirte Bewegung der Beine eintreten würde ; so wird Ihnen einlenckten, dass das Bückenmark nicht Bios ein einfacher Leitungsapparat für den Erregungsvorgang ist wie die Nerven, sondern, dass es die Fähigkeit besitzt centripetale Beize in centrifugale Bewegungsimpulse zu verwandeln. d. h. Erregung von einer Leitung auf die andere zn reflectiren und in mannigfaltiger Weise zu verarbeiten.
Haben wir bisher die Structur und Function jener Bestandtheile des Körpers betrachtet, welche der unmittelbare Sitz der psychischen Thätigkeiten sind, und die mannigfaltigen Empfindungen gleichwie die willkürlichen Bewegungen vermitteln — lauter Leistungen, welche recht eigentlich die charakteristischen animalen Lebensäusserungen ansmachen — so bleibt uns zum Schluss noch übrig, uns mit jenen Organen und Vorgängen zu beschäftigen, welche dem sogenannten vegetativen Lehen dienen — und zuletzt eine kurze Besprechung der Generations- oder Zeugungsorgane und Vorgänge folgen zu lassen — um unsere einleitende Uebersicht über den Bau und den ganzen wundervollen physiologischen Mechanismus des menschlichen Körpers zu vollenden.
Sie erinnern sicli des wichtigen Satzes, dass das Leben die Kör-pertlieile verzehrt, — dass keine physiologische Arbeitsleistung zu Stande kommt ohne entsprechenden Stoffverbrauch ! Die Arbeit, welche das Nerven- und Muskelsystem leisten, muss also auch entweder auf Kosten der Nerven- und Muskelsubstanz selbst oder eines anderen Materials geschehen. Und da der Körper nicht im Stande ist irgend etwas zu erschaffen, so muss er die Fähigkeit haben, einerseits seine Substanzverluste von aussen zu ersetzen, d. h. Nahrungs- oder Ersatzmaterial in sich aufzunehmen und zu assimiliren, andererseits aber das Unbrauchbargewordene — so zu sagen die Schlacken des LebensprocesS.es — abzusondern und auszustossen.
Wir wissen bereits, dass er diese beiden fundamentalen Fähigkeiten im Allgemeinen wirklich besitzt. Der lebende Körper assimilirt und scheidet aus. Aber wir müssen nun genauerzusehen, wie dies eigent-