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lieber den Hau und Mechanismus des menschlichen Körpers.
ein muskulöses Gebilde, welches Hohlräume einschliesst, von denen einerseits dickwandigere Gefässröhren — die sogenannten Arterien — ausgehen. und in welche andererseits dünnwandigere Röhren — die sogenannten Venen — einmünden. Die ersteren vertheilen sich im ganzen Körper und verzweigen und verästeln sich dabei in immer zahlreichere und dünnere Gefässe, bis sie sich endlich in allen Körpertheilen — mit Ausnahme einiger blutlosen Gewebe — in ein Netz mikroskopischer, unendlich zartwandiger Röhrchen, die Capillaren, auflösen. Aus den Capillarnetzen entspringen dann wieder Venen als feine Reiser, die zu immer wenigeren und gröberen Gefässröhren verschmelzen und schliesslich als drei grosse Ströme wieder in das Herz einmünden. So wird also ein grosser, in sich selbst zurücklaufender Röhrencirkel geschlossen : derselbe ist während des Lebens mit Blut angefüllt, welches durch die Herzpumpe in einer fortwährenden kreisenden Bewegung erhalten wird, indem es durch die Arterien in die Capillarnetze, aus diesen durch die Venen zum Herzen zuriiekzuströmen gezwungen wird, von wo aus es seinen Kreislauf immer wieder von neuem beginnt.
Ausser dem Kreislauf des Blutes gibt es aber noch eine andere Strombewegung im Körper, deren Bahn hergestellt wird durch die schwammige Masse des Bindegewebes und durch das aus demselben entspringende Lymphgefässsystem, welches, ähnlich wie das Venensystem angeordnet, schliesslich in dasselbe einmündet. Durch die permeablen dünnen Wandungen der Capillaren schwitzt nämlich aus dem Blute fortwährend ein .Strom einer Flüssigkeit aus, welche das Bindegewebe und. von diesem fortgeleitet, alle Gewebe des Körpers durchtränkt. Es ist dies die sogenannte Lymphe oder der Gewebesaft. Ein Theil dieses die Gewebe continuirlich durchfeuchtenden Saftstroms wird nun durch die Lymphgefässe in den Blutkreislauf zurückgeftihrt und dem Blute neuerdings beigemischt : ein anderer Theil des Saftstroms geht direct ins Blut zurück, indem er die dünnen Wandungen der Capillaren in entgegengesetzter Richtung durchsetzt, in welcher er aus ihnen hervorgetreten war.
Jene Flüssigkeit, welche als Resultat der Verdauungsthätigkeit alle assimilirten Nährstoffe in Lösung oder in feinster Vertheilung sus-pendirt enthält, und von welcher ich schon erwähnte, dass sie in das Gewebe der Darmschleimhaut eindringt; gelangt auf demselben Wege wie der Gewebesaft in den Blutstrom — nämlich theils direct, durch die Wände der Darmcapillaren, theils indirect auf dem Umwege durch die Lymphgefässe des Darms. Fortgerissen von dem Strome der Circulation wird sie dem Blute innig beigemengt, und das Blut,