	Ceber den Ban mid Mechanismus des menschlichen Krpers.	303

bereichert mit Ernhrungsmaterial, gelangt ins Herz, von dem es durch
die Arterien in die Capillaren aller Krpertheile hinausgetrieben wird.
Durch die Wandungen der Capillareu quillt dann der Strom des Ge-
webesaftes, geschwngert mit den durch die Verdauung gelieferten
Ersatzstoffen, hervor, durchtrnkt die Gewebebestandtheile aller Or-
gane des Krpers und kehrt nachdem er die durch die Lebensth-
tigkeiten bedingten Verluste gedeckt und sieh mit den neu brauchbaren
Zcrsetzungsprodueten beladen hat in den Blutstrom zurck.
	So sehen Sie denn, wie es die Aufgabe der Cireulationsorgaue ist,
das Blut in kreisende Bewegung zu versetzen und den Saftstrom im
Gange zu erhalten, welcher die Gewebe ernhrt, indem er einerseits
die dem Blute durch die Darmgefsse zugefhrten und beigemischten
Nhrstoffe entzieht, und an die durchtrnkten Gewebe zur Deckung
ihres Substanzverlustes abgibt, andererseits, beladen mit ihren Zer-
setzungsprodueten, welche frher oder spter die Form von Kohlen-
sure, Wasser- und Harnstoff annehmen, ins Blut zurekkehrt. Diese
Zcrsetzungsproducte wird aber das Blut und mit ihm der Krper ber-
haupt los durch die Excretions- oder Ausscheidungsorgane,
deren es drei gibt: die Haut, die Nieren und die Lungen.
	So verschieden diese drei Organe auch erscheinen mgen, so sind
sie doch alle drei nach demselben Grundsehcma gebaut. Jedes dersel-
ben besteht nmlich zuletzt 1111 Wesentlichen aus vielen zarten Gewebe-
schichten - wie beraus dnnes Fliesspapier, - deren eine Ober-
flche frei liegt oder kleine Hohlrume auskleidet, die nach aussen
mnden, whrend diese Gewebesehiehtcn selbst mit einem Capillarge-
fssnetz durchzogen sind. Die Auswurfsstoffe werden nun mit dem
,Gewebesaftstrom aus dem Blute der Capillaren ausgeschieden und er-
scheinen an der freien Oberflche der Gewebeschichten, urn von da aus
endlich den Krper ganz zu verlassen.
	Jedes dieser drei Organe scheidet im Grossen und Ganzen diesel-
heu Auswurfsstoffc ans, nmlich: Wasser, Kohlensure und Harnstoff
oder ein anderes stickstoffhaltiges Zcrsctzungsproduct von hnlicher
Bedeutung. - nur die relative Menge derselben ist verschieden.
	Die haut liefert viel Wasser als Schweiss und dampffrmige Aus-
dnstung, wenig Kohlensure und noch weniger stickstoffhaltige Stoffe,
wenn wir von den abfallenden Epidermoidalgebilden absehen. Die
Nieren scheiden viel Wasser, ein Minimum von Kohlensure und viel
stiekstoffreichcu Harnstoff aus. Die Lungen endlich auch viel Wasser,
Spuren von Ammoniak und sehr viel Kohlensure.
Aber die Lungen spielen, wie schon erwhnt, noch eine andere
Rolle als die eines Ausscheidungsorgans; denn fr die an die Luft
