	Geber die Spermetozolden von S,tlarnandra atm.	21
	A. Die aceessorisehe Membran bewegt sieh in fortschreitenden
Undulationen. Ihre Bewegungen bestehen somit, wie es im Begriff der
fortschreitenden Wellenbewegung liegt, eigentlich darin, dass die
einzelnen Systeme der, in einer senkrechten Linie über einander
liegenden Punkte des Bandes und der Membran Pendelschwingungen
von rechts nach links machen, jedoch die, vertikal auf der Anheftuugs-
liuie der Membran stehende Ebene - cm 'Faf. 3, Fig. 10 als Linie
A B) -, welche die ganzen Undulationen der Länge nach in zwei
eongruente Hälften theilt, in verschiedenen, auf einander folgenden
Zeitmomenten passiren. (Vgl. die Erklärung der Abbildung Taf. 4.
	Man kann sieh zum bessern Verständniss des Gesagten die acees-
sorisehe Membran wie durch Verwachsung einer geradlinigen Reihe
von Flimmerhaaren, welche nacheinander pendelartig schwingen,
entstanden denken. Das scheinbare Fortschreiten der Undulationen
geschieht in der Richtung von vorn nach hinten, gegen das freie
Schwanzende.
	Die Wellenlinie, in welcher der verdickte Band sich fortschreitend
bin und her biegt, verläuft in einer gekrümmten Flache, deren
Krümmungshalbmesser gleich ist der Höhe der accessorischen Membran;
wie sich bei einiger Ueberlegung und genauerer Betrachtung des idealen
Quersehnittes des Schwanzes ergiebt (Taf. 3, Fig. 1 0). Dieser letztere,
auch von POUCHET übersehene Umstand ist der Schlüssel zur richtigen
Deutung der verschiedenen Formen, unter welchen das Flimmer-
phänomen auftritt 1vgl. Erklär. der Abbild. Taf. 4. Die Samenfäden
bieten sich nämlich durch ihre vielfachen Krümmungen und Biegungen
dem Auge von allen möglichen Seiten zur Beobachtung dar, so zwar,
dass gewöhnlich an einem und demselben Samenfaden die Undulationen
der Membran aus ganz verschiedenen Gesichtspunkten zu gleicher Zeit
zu sehen sind. Hält man aber die oben gegebene Auffassung dieser
Bewegungen, so wie das über die Gestalt der Membran Mitgetheilte
fest, so wird es unschwer sein, sich für jedes relative Lagerungs-
verhältniss des Samenfadens gegen den Beobachter die durch diese
bestimmten Umstände nothwendig bedingten Verkürzungen und schein-
baren Gestaltveränderungen der Undulationen der Membran zu erklären
und selbst im Voraus zu skizziren.
	Auf dem Papiere kann man die Projection der Krümmungslinic
des verdickten Randes für die verschiedensten Gesichtspunkte leicht
coustruiren (s. Taf. 4); iii' Mikroskop dagegen tritt der die Auflassung
erschwerende Umstand ein, dass nur die im Focus gelegenen Punkte
des Ohjectcs deutlich, die übrigen, in Zerstreuungskreisen vcrschwim-
mend, undeutlich oder gar nicht zu erkennen sind; doch wird es auch
