24 	Ueber die Spermatozolden von Salamandra atra.

	Erwägt man diese drei Punkte, so bleiben nur drei Wege übrig,
um sie zusammenzureimen: 1) Entweder muss man eine hypothetische
Anziehungskraft zwischen dem freien Faden und dem Sehwanze a-
-nehmen, wobei jedoch der dritte Punkt unerklärt bliebe, oder 2 den
freien Faden für den verdickten Rand einer glashellen, auf dem Rücken
des Schwanzes sitzenden Membran halten, welche denselben, wie das
Mesenterium den Darm an die hintere Bauchwand, an den Hauptfaden
des Schwanzes befestigt. 3) Endlich konnte auch hier mit WAGNER ')
die Ansicht geltend gemacht werden, dass das Flimmerorgan aus einer
Reihe coordinirt oscillirender Flimmerhärchen bestehe, die den Schein
eines Fadens und einer Membran erzeugen. Dass von den drei
Erklärungsweisen die z weite unbedingt den Vorzug verdiene, ist
meine feste Ueberzeugung.
	Die Schnelligkeit der Undulationen ist nicht immer dieselbe, sie
wächst und verringert sich; dasselbe gilt auch von ihrer Breite.
Stellenweise hören die Schwingungen der Membran ganz auf, während
sie an andern Punkten fortdauern. Vor dem gänzlichen Stillstand der
Bewegung geschehen sie ruckweise. -
	B. Die langsamen und fast unmerklich erfolgenden Bewegungen
des Kopfes und Schwanzes bestehen darin, dass diese Körpertheile
bestimmte Krtimmungslinien annehmen und diese eine Zeit lang starr
beibehalten. 1) So krümmen sich die freien Samenfäden gewöhnlich
in Form einer Spirallinie, welche man auf einem Kegel verzeichnen
kann, also völlig in der Art, wie der Gang eines Schneckenhauses um
den Modiolus aufgewunden ist. Die Projection dieser Curve in der
Längsaxe ist eine ebene Schneckenlinie Taf. 3, Fig. I A, Fig. 2 A),
in der Queraxe eine Wellenlinie von immer wachsender Breite. Die
Windungen sind bald weiter, bald enger, es sind deren meist eine und
eine halbe. 2) Oft schlägt sich der Kopf nach rückwärts, während der
Schwanz ein Segment eines Kreises darstellt )Fig. 4). 3' In Fig. 3
und Fig. 5, Taf. 3, sind noch andere, häufig vorkommende Einrollungen
des Schwanzes dargestellt.
	Die accessorische Membran sitzt immer auf der convexen Seite
der Krümmungen.
	C. Die Ortsveränderungen der ganzen Samenfaden resultiren aus
den in A und B hervorgehobenen Momenten: bei d e Momente bedingen

	I A. a. 0. - WAGNER'S frühere, von ihm selbst aufgegebene Ansicht. Die
Flimmerhaare müssten in einer geraden Linie, auf dein Rücken des Schwanzes
stehend, gedacht werden, nicht aber, wie WAGNER meint, In einer gezogenen
Spirale!
