28 	Ueber die Spermatozolden von Salamandra atra.

Fig. S. A, C und E, stellen das Wachsen der blasigen Erhebungen der
Umhüllungshaut in verschiedenen Stadien vor. Es gelingt oft an einem und dem-
selben Samenfaden, diese Abhebung der Umhüllungshaut von Stufe zu Stufe zu
verfolgen. In A sieht man die Blase vom Rücken aus, in B von der Seite.
	Das hintere Kopfende ist durch das Anschwellen der Blase, wie ein Bogen
durch die angespannte Sehne, gekrümmt. In F und C beginnt die Lostrennung
der Umhüllungshaut vom freien Kopfende; es ist ebenfalls stark gekrümmt. In
C undD ist die Umhüllungshaut schon völlig zu einer grossen Blase ausgedehnt,
an deren innerer Fläche der Samenfaden (S) spiralig zusammengebogen mit dem
Rücken festhaftet. Der Schwanz ist abgerissen; an der Rissstelle tritt der 
Inhalt
)i) als ölartiges Tröpfchen heraus. In D bei 1 sieht man durch den 
durchsichtigen
Inhalt hindurch das- kleine Lumen des Kopfschlauches.
	Fig. 0. Idealer Querschnitt des Kopfes, um den innern Bau desselben zu
veranschaulichen, a) Umhüllungshaut, b) Schlauchhaut, c) Inhalt.
	Fig. 10. Idealer Querschnitt des Schwanzes. a) Die Umhüllungshaut, h) die
accessorische Membran als Duplicatur derselben; bei d der Querschnitt des 
ver-
dickten Randes; b) der solide )'?) Hauptfaden. A B ist die auf die Bildflache
projicirte, senkrecht auf der Anheftungslinie der Membran stehende Ebene. 
Bei
d, d', d" . . . d3 ist der Stand des Durchschnittes des verdickten Raudes in 
ver-schiedenen Zeitmomenten seiner Pendelschwingungen dargestellt. Ergänzt 
man
sich in der Vorstellung das gegebene Bild, so sieht man leicht ein, dass 
sieh der
verdickte Rand, als Ganzes betrachtet, in einer doppelt gekrümmten Linie hin
und her biege, weil mit der Abweichung des Punktes d von der Vertikalen A B
zugleich eine Entfe/nung von der Horizontalen A' B' verbunden ist. Der Punkt 
d
liegt sowohl von A B, als von A' B' )sowie der Punkt d) am weitesten 
entfernt.

Tafel 4.
	Die idealen Skizzen der Tafel 4 sind entworfen worden theils, um den
Typus der Bewegungen der aecessorisehen Membran anschaulicher zu machen,
tlmeils, um wenigstens einige jener sonderbaren Gestalten, die durch 
perspecti-
visehe Verkürzung der Membran entstehen, aufzuzeigen.
	Fig. 1. Idealer Querschnitt. Der Kreisbogen ab ist der Weg, welchen der
in der Bild- oder Quersehnittsebene gelegene Punkt des verdickten Randes bei
seinen Schwingungen zu durchlaufen hat. Man kann auch sagen, ab sei die
Projection der doppelten Wellenlinie des Randes, und abc die Projection der
ganzen aeeessorisehen Membran auf die Qnerschnittsebene.
	Fig. 3 stellt jene Curve dar, welche durch die Projection des Randes auf die
Ebene adb in Fig. 1, Taf. 4 entsteht. Es ist eine Ansieht des Samenfadens von
oben. Man sieht, dass die Wellenberge des Randes auf der einen, die Wellen-
thäler auf der andern Seite der Medianlinie oder des Schwanzes liegen.
	In Fig. 2, welche den Sanienfaden von der Seite oder, was dasselbe ist, in 
der
Projeethrn auf die Ebene edc, Fig. 1, Taf. 4 darstellt, sind die hinter der 
Bild-
fläche liegenden Theile des gekrürnniten Randes punktirt, die vor derselben
liegenden durch volle Linien markirt. Die hier entworfene zweite Kriimmnngs-
linie des Randes besitzt genau noch einmal so viel Wellenthäler und 
Wellenberge,
als die erste in Fig. 3, Taf. 4 dargestellte.
	Fig. 4, 5 und 0 stellen einige jener scheinbaren Gestaltveränderungen der
Krümmungslinle des Randes dar, welche bei einer gewissen Neigung des Samen-
fadens gegen den Beobachter entstehen.
