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Gliederung der Urwirbelsäule gerade die Bildung der Ganglienanlagen das Hauptmotiv ist, denn ausser ihnen und den jedenfalls unwichtigen Wirbelbogen bleibt von dem ganzen Vorgang bald Nichts mehr übrig, indem bald darauf die Wirbelkörpersäule wiederum verschmilzt, um sich neu zu gliedern, und auch die Muskelplatten zu grossem Einheiten verbunden werden.
Ich glaube also, und hoffe es später noch direct beweisen zu können, dass in der Periode des Bestehens der Axenplatte quere Zellenfortsätze aus dem obern Keimblatt in das mittlere eintreten, die weiterhin sich abschnüren und als Rest die oben geschilderten Leisten zurück lassen. Ihr Auftreten mag der Grund der temporären Verwachsung der beiden obern Blätter sein, und von ihnen mag weiterhin der Anstoss gegeben werden zur Urwirbelscheidung selbst.
Lässt sich nun wirklich, wenigstens mit grosser Wahrscheinlichkeit ilarthun, dass alle Nervenanlagen aus dem obersten Keimblatt stammen, so ist damit das letzte Paradoxon in Remak’s Angaben über das Schicksal der drei Keimblätter beseitigt. Damit wird es möglich, auch hinsichtlich der histologischen Entwickelung eine scharfe Sonderung jener drei Blätter durchzuführen: die beiden Gränzblätter liefern neben dem Nervensystem sämmtliche ächten Epithelialgebilde des Körpers mit Einschluss aller ächten Drüsenzellen, aus dem mittlern Keimblatt dagegen wird die gesammte Bindesubstanz im weitesten Sinn, d. h. Knochen, Knorpel Zahnbein, Bindegewebe, adenoides Gewebe, das Blut selbst und das elastische Gewebe, ferner geht aus ihm die gesammte glatte und quergestreifte Muskulatur des Körpers hervor.
Alles was zur Blutbereitung sowie zur Säflecirkulation in irgend welcher Beziehung steht, gehört einzig dem mittlern Keimblatt an, das Herz, die Blut- und Lymphgefässe, das als Transsudatträger functionirende Bindegewebe und die blutkörperbereitenden Drüsen! Der Name Gefässblatt, der von Pander in früherer Entwicklungsperiode auf einen Theil des mittleren Keimblattes angewendet worden ist, und der späterhin mancherlei Anstoss erregt hat, lässt sich sonach für das ganze Blatt jetzt wieder völlig rechtfertigen, auch der von Remak dem untern Keimblatt ertheilte Namen eines trophischen Blattes kann im Grund mit eben dem Recht auf das mittlere übertragen werden, da von diesem in der That die Produkte der beiden Gränzblätter erst ihre Nahrung ziehen. Man könnte sogar, wenn man die motorischen Functionen des mittlern Blattes mit in Rechnung ziehen will, statt mit der fehlerhaft gewordenen Remak’schen Bezeichnung eines motorisch-germinativen Blattes dasselbe motorisch-vaskuläres oder motorisch-trophisches Blatt nennen; indess bin ich für meine Person kein Freund von solchen allzu designativen Bezeichnungen, weil sie in der Regel doch nicht erschöpfend sind, und weil sie mit wechselndem Stand der wissenschaftlichen Anschauung in der Folge leicht zu Missverständnissen führen. — Etwas auffallend kann die nahe Verwandtschaft erscheinen, in welche nach den Ergebnissen der Entwicklungsgeschichte die Muskeln zum Bindegewebe gelangen, während sie von den Nerven, mit denen man sie stets zusammenstellt, ja mit denen man sie sogar in neuester Zeit direct hat
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