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wollen verschmelzen lassen, wegrücken. Zwar hat Hensen auch die Muskeln vom obersten Keimblatt ableiten wollen, aber wie ich glaube mit Unrecht. Möchte man auch für die Muskelplatten der Urwirbel den Ursprung aus dem obern Keimblatt mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit behaupten, so wird er für die quergestreiften Muskeln des Herzens, sowie für die gesammte glatte Körpermuskulatur völlig undenkbar. Uebrigens darf die Beziehung der Muskeln zum Bindegewebe nicht so sehr befremden, seitdem wir wissen, dass unter Umständen auch die Bindegewebszelle contractionsfähig ist; ohnedem verwischt sich der scharfe morphologische Gegensatz zwischen quergestreifter Muskelfaser und Bindegewebszelle, sobald wir von jener zur glatten Faser und von dieser zur spindelförmigen Bindegewebszelle fortschreiten. Giebt es ja doch Zellformen, wie z. B. die Spindelzellen des Eierstocks, für welche es bis zum heutigen Tag Sache der Diskussion geblieben ist, ob sie Muskeln sind, oder blose Bindegewebszellen.
Ein Zusammenhang zwischen Produkten des mittleren Keimblattes und solchen der beiden Gränzblätter scheint,-soweit die bisherigen sicheren Erfahrungen reichen, nirgends vorzukommen. Wo die beiderlei Produktionen Zusammentreffen, da legen sie sich überall blos an einander, ohue wirklich mit einander zu verschmelzen. Es bedarf diese Angabe insofern noch einer besondern Prüfung, als ihr einestheils die Beobachtungen über den Zusammenhang der ächten Epithelien mit unterliegenden Theilen, andernlheils die über den Zusammenhang von Nerv und Muskelfaser zu widersprechen scheinen. Die genauere Erwägung zeigt indess, dass die Widersprüche keineswegs so gross sind, als man Anfangs glauben mag. Ein Zusammenhang von Epithelien mil unterliegenden Gebilden ist zwar für manche Stellen behauptet, aber für wenige wirklich bewiesen worden. Bewiesen, oder doch sehr wahrscheinlich gemacht, ist bis jetzt der Zusammenhang der Epithelien des Rückenmarks mit dem unterliegenden Gewebe, sowie der Zusammenhang gewisser Sinnesnerven, wie der Riech- und Hörnerven mit epitheliumarligen Bildungen. In beiden Fällen haben wir es mit einem gegenseitigen Zusammenhang von Produkten des Hornblatts, d. h. also von homogenen Theilen zu thun, dagegen sind die Beobachtungen über den Zusammenhang von Epithelzellen mit Bindegewebskörpern am Darm, in der Blase und an andern Stellen bis dahin völlig problematisch geblieben. Auch der Zusammenhang zwischen Nerv und Muskel, von dem es eine Zeitlang schien, als sollte er zu einer förmlichen Verschmelzung führen, gestaltet sich nach den neuern Angaben von Kühne selbst, einfach als eine sehr innige Juxtaposition. Der beobachtete Durchtritt der Nerven nämlich durch das Sar-kolemm, so wichtig er auch physiologisch sein mag, begründet noch nicht die Behauptung einer Verschmelzung von Nerven- und Muskelfaser, indem das Sarkolemm als ein secun-däres intercellulares Gebilde dem eigentlichen Muskel nicht integrirend angehört; die Anlagerung der Nerven an die Muskelfasern vollendet sich wahrscheinlich zu einer Zeit, da das Sarkolemm noch gar nicht geschieden ist, und für gewisse quergestreifte Muskeln, wie für die des Herzeus, kommt es gar nie zur Sarkolemmbildung.