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niens superior dicht anliegt. Sowie die Hüllenfortsätze das Gehirn und Rückenmark erreicht haben, breiten sie sich rasch in diesen Organen aus, und indem sie unter einander in netzförmige Verbindung treten, wandeln sie sich in Blutgefässe um. In Stadien, die auf dasjenige der Sprossenbildung nur kurze Zeit folgen, sieht man das ganze Mark von einem Gefässnetz durchzogen, und zwar erkennt man an dünnen Durchschnitten sofort auch die Andeutung der perivaskulären Räume in Form von hellen die Gefässe begleitenden Streifen.
Während sich so die Gefässe bilden, differenzirt sich die Knorpelmasse der Wirbel und der Schädelbasis, und in eben dem Maasse, als diese Differenzirung fortschreitel, scheiden sich im Bereich der Medullarhüllen zwei Schichten. Die eine dichtere liegt der Knorpelkapsel an und verhält sich dieser gegenüber wie ein werdendes Perichondrium, die andere lockerere ist dem Medullarrohr zugekehrt. Noch sind zuerst beide Schichten zusammenhängend, mit dem weitern Wachsthumsfortschritt indess leitet sich die Trennung derselben und damit die Bildung der Arachnoidealhöhle ein. Letztere beginnt am Rückenmark auf der Hinterseite, und zwar beim bebrüteten Hühnchen zwischen dem zehnten bis zwölften Tag. Wie schon oben hervorgehoben wurde, so liegt von Anbeginn die Rückfläche des Marks der Höhlenwand unmittelbar an und verwächst wohl durch eintretende Sprossen frühzeitig mit ihr; hinter dem anliegenden Theil der inneren Rückenmarkshülle tritt nun eine Spalte auf, die Anfangs nur kurz ist, allmählig aber auf jeder Seite bis über die hinteren Wurzeln hinaus sich verlängert. Ihre Bildung beruht offenbar auf einem rein mechanischen Moment, und zwar scheint das Bedingende des Vorgangs darin zu liegen, dass die innere Fläche der Hülle mit dem durch das Septum anterius fixirten Mark in fester Verbindung steht, während der äussere Theil der Hülle an dem durch Wachsthum sich aus-weitendeu Wirbelrohr anhaftet. Die Ränder der Spalte sind von Anbeginn an unregelmässig, zackig und erst nachträglich erfahren sie eine Glättung, und indem sich das Gewebe in ihrer Umgebung zugleich verdichtet, scheiden sich die beiden Blätter eines arachnoi-dealen Sackes. Einige Zeit nachdem die hintere Spalte entstanden, entsteht auch eine vordere, welche in umgekehrter Richtung wie diese fortschreitet. Die beiden Spalten vereinigen sich unter einander, indess erfolgt die Vereinigung nur theilweise, indem jederseits eine Reihe von Gewebsbrücken übrig bleibt, welche in ihrer Gesammtheit das Ligamentum denticulatum darstellen. Noch sehr lange bleibt zwischen Rückenmark und Pia mater ein breiter Zwischenraum übrig, durch welchen man die Gefässstämmchen isolirt durchtreten sieht, ein deutlicher Beleg der geringen Beziehung, die zwischen Markgewebe und pia mater vorhanden ist. Die Scheidung der dura mater des Wirbelkanals vom Periost fällt in eine noch etwas spätere Zeit.
Unmittelbar an die ächten serösen Höhlen lassen sich die vaskulären Räume anreihen. Bichat selbst und seinen Nachfolgern ist wegen der unvollständigen Kenntniss des Gefäss-systems entgangen, in wie naher anatomischer Beziehung dasselbe zum System der serösen Höhlen steht, und erst F. Arnold blieb es Vorbehalten, diese Beziehung bestimmter zu be-