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als Epithel zu bezeichnen. Dieselbe Bezeichnung überträgt man auch auf die Zellenlagen an der Innenfläche der Gelenkhäute, sowie auf diejenige an der Rückseite der Hornhaut. Alle die Zellenschichten, welche den Binnenräumen des mittleren Keimblattes zugekehrt sind, zeigen nun aber unter sich so viel Gemeinsames und sie difieriren von der ersten Zeit ihres Auftretens an so erheblich von den Zellenschichten, die aus den beiden Gränz-blättern hervorgegangen sind, dass man, im Interesse physiologischen Verständnisses wohl thun wird, sie von diesen durch eine besondere Bezeichnung zu scheiden, sei es, dass man sie als unächte Epithelien den ächten gegenüber stellt, sei es, dass man sie Endothelien nennt, um mit dem Wort ihre Beziehung zu den innern Körperflächen auszudrücken.
Am schärfsten prägt sich von Anbeginn an der Gegensatz zwischen serösen und Ge-fässendolhelien einerseits und den ächten Epithelien anderseits aus. Jene gehen, wie wir gesehen haben, aus lymphoiden Zellen hervor, der indifferentesten Zellform, die das mittlere Keimblatt überhaupt erzeugen kann, und zugleich der Mutterform für alle übrigen. Rasch nehmen sie ihre abgeflachte Gestalt und ihre Durchsichtigkeit an, und nachdem einmal dies Ziel erreicht ist, erfahren sie kaum mehr eine erhebliche Veränderung, noch betheiligen sie sich in merkbarer Weise an den Wachsthumsvorgängen des Organismus. Ganz anders verhalten sich die ächten Epithelien, schon durch ihren dunkelkörnigen Inhalt stechen sie grossentheils selbst in frühesten Perioden sehr bestimmt gegen die vorigen ab; wo sie überhaupt im Körper auftreten, da erhält ihre Schicht sofort eine gewisse Mächtigkeit, sei es, dass ihre Zellen in mehrfachen Lagen sich überdecken, sei es, dass sie, wie dies fast allenthalben die Regel ist, zu Cylindern auswachsen mit senkrecht zur Unterlage stehender Axe. Dabei wachsen sie, ganz unabhängig von der Fläche, die sie ursprünglich bekleideten, in das unterliegende Gewebe des mittleren Keimblattes hinein, verdrängen dieses oder nehmen es, wo sie gegen die Leibeshöhle Vordringen, mit sich, und sie gestalten sich so zum maassgebenden Princip bei der Anlage aller ächten Drüsen. Im weitern Verlauf der Dinge sehen wir überall die Produkte der ächten Epithelien durch positive chemische Leistungen vor den Endothelien sich auszeichnen, in ihnen bilden sich alle jene besoudern Stoffe, welche die einzelnen Sekrete charakterisiren, und soweit sie nicht unter dem vertrocknenden Einfluss der äussern Athmosphäre ertödtet sind, dürfen wir sie als secernirende Gebilde ansehen. Nirgends dagegen haben wir einen Grund, den Endothelien eine secrelorische Leistung zuzuschreiben, und es ist deshalb auch der Versuch Pflügers*), die serösen Häute für Drüsen zu erklären, nicht als ein gelungener anzusehen. Auch in anderer Hinsicht noch stehen ächte Epithelien und Endothelien im Gegensatz zu einander; letztere sind für Serum überall durchgängig, bald filtrirt dasselbe durch sie hindurch aus dem Blutgefäss heraus, um in das umgebende Gewebe sich zu imbibiren, bald wiederum tritt es aus dem Gewebe in die Lymphwurzeln oder in die serösen Höhlen ein, einfach
*) Pflüger über die Eierstöcke der Säugethiere und des Menschen, Leipzig 1863, pag. 30