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geeignet, die Schleimsubstanz zu einem eigentlichen Gewebskitt zu qualificiren. Im Allgemeinen wird es also blos dann zur Bildung wirklicher Bindegewebsinterstitien kommen, wenn eine erhebliche, bleibende Transsudatansammlung die getrennten Flächen an der Wiederverkittung hindert. Abgesehen von den Synovialbildungen, kenne ich blos ein Raumsystem, das ich für ein normales System achter Bindegewebsinterstitien zu halten geneigt bin, es ist dies das System der Subarachnoidealräume; ihm ist vielleicht noch der verwandte Raum zwischen Sclerotica und Chorioidea beizugesellen; die vordere Augenkammer, obwohl in ähnlicher Weise wie letzterer Raum (durch Ablösung eines aus aus Iris und M. pupillaris bestehenden Gefässblattes von der fibrösen Augenhülle) entstehend, erfährt eine so vollständige Abglättung und scharfe Umgränzung, dass sie bereits den serösen Höhlen zur Seite rückt.
Was nun die Beziehungen der sogenannten Bindegewebsspalten zum Lymphsystem betrifft, so halte ich Ludwigs oben erörterte Ansicht für entschieden unhaltbar. Es erklärt sich leicht, wie Ludwig zu derselben gekommen ist; seine Untersuchungen nämlich erstrecken sich auf lauter solche Organe, in denen das Bindegewebe auf eine minimale Begleitungsschicht der Gefässe reduzirt ist, und in denen es daher gegenüber den weiten Lymphräumen sehr zurücktritt; unter diesen Verhältnissen nehmen sich die letztem allerdings auf Schnitten leicht wie grosse Bindegewebsspalten aus, allein dass sie dies nicht im alten Sinne sind, das zeigt sich gerade an dem classischen Untersuchungsobject Ludwig's, dem Hoden, für welche sich ein durchgehender Endothelbeleg hat nachweisen lassen. Bis jetzt hat ein derartiger Beleg in einem jeden Bindegewebsraum sich nachweisen lassen, von welchem aus Lymphgefässe anfüllbar sind; umgekehrt aber ist es nie möglich gewesen, von einfachen Bindegewebsräumen aus Lymphgefässe zu injiciren, niemals also ist es z. B. gelungen, vom Unterhautbindegewebe oder Unterschleimhautgewebe aus eine Lymph-injection zu machen. Nach der Einspritzung durch einen Einstich in diese Theile sammelt sich die Masse zu einem unregelmässig umgränzten Klumpen und damit hat die Sache ihr Bewenden. ') Uebrigens sammelt sich nach meinem Dafürhalten normaler Weise freies Transsudat niemals anders als in den Lymphkanälen an ; so lange es im Bindegewebe selbst enthalten ist, findet es sich eben in dessen Grundsubstanz imbibirt. Die Bindegewebsspalten , die man also bis dahin zu sehen vermeint hat, sind entweder künstlich erzeugte Bildungen, oder es sind wirkliche, wohl abgegränzte Lymphräume. Wo daher an Schnitten eines erhärteten Organes Spalten in erheblicher Menge sich treffen, da darf man getrost die Lymphinjection des Organes durch Einstich versuchen, und man wird sich kaum jemals getäuscht sehn.
‘j Man vergl. den Aufsatz über die Lym phwurzeln in der Zeitschr. f. wissensch. Zoologie Bd. XII, 243 u. f., wo auch die Schwierigkeiten besprochen sind, die der Lymphabsorption aus dem lockern Bindegewebe im Wege stehn.