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und die Gränzblätter nur gefässlose Gewebsmassen liefern. Auch das zweite der obigen Bedenken, die Entstehung achter Drüsenepithelien aus dem mittleren Keimblatt, ist nunmehr als beseitigt anzusehen, denn, wie ich in einem Aufsatz über den Bau des Säuge-thier-Eierstockes nachgewiesen habe, so bildet sich der Urnierengang, welcher das Material zum Epithel der Urnieren und mittelbar zu demjenigen der Sexualdrüsen liefert, nicht, wie Remak und Kölliker angenommen hatten, aus dem mittleren Keimblatt, sondern durch eine Faltung des obersten. Dass dies von so vorzüglichen Beobachtern, trotz aufgewendeter besonderer Sorgfalt, übersehen werden konnte, rührt nur daher, dass jene Abschnürung in eine sehr frühe Periode der Entwicklung fällt, nämlich in die Periode vor Schluss des Medullarrohres.
Es bleibt nun noch eine von den störenden Angaben Remak’s zu prüfen übrig, die Angabe nämlich von der verschiedenartigen Entstehung des centralen und des peripherischen Nervensystems. Die Annahme, dass hier die bisherige Beobachtung vollständig zureiche, ist um so unwahrscheinlicher, als selbst die peripherischen Spinalnerven nach den jisherigen Anschauungen nicht einmal übereinstimmend aus dem mittleren Keimblatt entstehen, sondern mit ihren motorischen Wurzeln aus dem Rückenmark, mit ihren sensibeln aber aus den Spinalganglien hervorwachsen sollen. Vor Kurzem hat V. Hensen die Vcr-mulhung aufgestellt, dass sämmtliche Nerven aus dem obersten Keimblatt hervorgehen, ohne dass ihm indess gelungen wäre, den ^tatsächlichen Beweis dafür beizubringen *).
Wie man sieht, so würde, um zunächst bei den Spinalnerven stehen zu bleiben, wesentlich der Nachweis zu leisten sein, dass jener Theil der Urwirbel, der später zum Spi-aalganglion sich sondert, ursprünglich dem obersten Keimblatt entsprossen sei. Es ist nun eine beachtenswerthe Thatsache, dass bei Hühnchen vom fünften bis siebenten Tag der Bebrütung die Kopf- sowohl als die Spinalganglien von dem umgebenden Gewebe völlig scharf geschieden sind; dieses nämlich erscheint gegen das Ganglion hin etwas zellenreicher und verdichtet,-plötzlich setzt es mit scharf geschnittener Contour ab und nun folgt, durch einen spaltförmigen Baum geschieden, das Ganglion selbst mit seinen dicht gedrängten Zellen. Auch die von ihm ausgehenden Nerven sind Anfangs noch vom benachbarten Gewebe getrennt, in förmliche Kanäle eingebettet, indess wird weiterhin diese Trennung bald ausgeglichen, indem gefässführende Fortsätze des Nachbargewebes den Nerven sich beigesellen und sie gegen das Ganglion hin begleiten.
Die anfängliche	Trennung der Ganglien vom	angränzenden Gewebe, die schon an
Querschnitten, noch	besser aber an Sagittal- oder	Frontalschnitten	zu Tage	tritt, liefert
zwar ein gewisses Präjudiz für ihren gesonderten Ursprung, aber ein eigentlicher Beweis liegt darin natürlich	nicht. Wie ist nun denkbar,	dass das obere	Keimblatt	das Material
zur Ganglienbildung	an die betreffenden Stellen	schaffe? Wenn	man sich	diese Frage
l) Virchow’s Archiv Bd. XXX, 176.