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Urwirbel, allein die Unterbrechung der Continuität, die ohnedem blos am Rumpf Platz gegriffen hatte, bleibt vorübergehend, bald verwachsen die Produkte der Urwirbel wieder mit einander und mit den Seitenplatten, und umhüllen die Chorda. Nachdem dies geschehen, bildet das mittlere Keimblatt neuerdings ein zusammenhängendes Ganzes und wird nun zum eigentlichen Gerüst des Körpers. Jenes Gesetz der Continuität, welches für das Bindegewebe im Grunde schon Haller und Bichat gekannt hatten, und welches weiterhin durch Reichert seine fernere Ausbildung erreicht hatt es erstreckt sich auf die gesammten Gebilde des mittlern Keimblatts und findet seine Erklärung in der Entwicklungsweise des letztem. Streng gültig ist es allerdings blos für die Intercellularsubstanzen, für diese aber greift es so sehr durch, dass wir uns alle zelligen Bestandtheile und unmittelbaren Zellenderivate, d. h. also sämmtliche Bindegewebs-, Knochen- und Knorpelzellen, sowie sämmt-liche Muskelfasern aus den Produkten des mittlern Keimblattes entfernt denken können, und gleichwohl noch ein zusammenhängendes Gerüst behalten.
Eine Eigentümlichkeit tritt schon sehr früh im mittlern Keimblatt hervor, welche keinem der beiden Gränzblätter zukommt, es ist dies die Bildung innerer Höhlen, Spalten und Kanäle durch histologische Differenzirung. Mit der Spaltung der Kopf- und Seitenplatten nimmt die Sache ihren Anfang, und daran reihen sich im weiteren Verlauf als analoge Glieder desselben Prozesses die Bildung der Blutgefässe, der Lymphgefässe und der Gelenkhöhlen. Schliesslich stellt das mittlere Keimblatt in seiner Gesammtheit ein Substanzgerüst dar, das auf das allseitigste theils von zusammenhängenden, theils von isolirt bestehenden weitern und engern Hohlräumen durchsetzt ist.
Versuchen wir die Hauptgruppen der Höhlen des mittlern Keimblattes zusammenzustellen, so sind es etwa folgende:
Die serösen Höhlen (Peritonäal-, Pleura-, Pericardial- und Arachnoidealhöhle, sowie Höhle der Vaginalis propria testis).
Die vaskulären Räume (d. h. die Gesammtheit der Binnenräume von Herz, Blut- und Lymphgefässen).
Die synovialen Höhlen (d. h. die Höhlungen der Gelenke, Schleimbeutel und Schleimscheiden).
Die Bindegewebsinterstitien.
Die Vacuolen der Lymphdrüsen und verwandten Organe, und endlich, wenn wir Pathologisches hinzuziehen wollen,
die Abscesshöhlen nebst verwandten Bildungen.
Alle oben aufgezählten Räume haben das Gemeinsame, dass sie als ächte Binnenräume durch histologische Scheidung im mittleren Keimblatt entstanden sind. Eine eigenthümliche, von der Umgebung mehr oder minder scharf geschiedene Umgränzungshaut kommt zwar den Hohlräumen der zuerst aufgezählten drei Gruppen zu, indess zeigt sie hinsichtlich der Schärfe ihrer Abgränzung alle denkbaren Grade der Abstufung und mancherorts kommt