﻿20
hat, wie bei Gallen- und Pankreasfisteln, hat häufig das Epithel durch die Narbe hindurch sich seinen Weg wieder zu bahnen gewusst und die Gontinuität des unterbrochenen Ganges neuerdings hergestellt.
Gefässe und seröse Höhlen bilden die beiden am schärfsten von der Umgebung gesonderten Hohlraumsysteme des mittleren Keimblattes, ihnen zunächst stehen die Gelenkhöhlen, indess finden sich, von diesen ausgehend durch Schleimsäcke und Halbgelenke hindurch Uebergangsbildungen zu Räumen, die fast kaum mehr den Namen von Höhlen verdienen. Bei der nahen anatomischen Verwandtschaft, welche zwischen Gelassräumen und serösen Höhlen besteht, kann man die Frage aufwerfen, ob zwischen beiden Arten von Bildungen nicht noch eine weiter gehende physiologische Beziehung vorhanden sei, ob nicht die serösen Höhlen geradezu als vaskuläre Räume, als eine besondere Abart lymphatischer Höhlen anzusehen seien. Kommen doch bei nackten Amphibien lymphatische Räume vor, welche hinsichtlich der Weite nicht hinter den serösen Höhlen Zurückbleiben, und sehen wir ferner, dass bei Wirbellosen die Leibeshöhle theils als einziger, theils als accessorischer Gefässraum vielfach zur Verwerthung gelangt. Auch die bekannten Versuche v. Recklinghausens über Resorption fester Körper aus dem Peritonäalsack sprechen ihrerseits ziemlich entschieden für eine derartige Auffassung der serösen Höhlen. Es ist übrigens möglich, dass die im ausgebildeten Zustand auf enge Pforten beschränkte Communication zwischen Lymphsystem und serösen Höhlen in früherer Zeit eine bedeutendere war, ja, wenn man bedenkt, wie zu einer Zeit, da die Blutgefässe des embryonalen Körpers schon eine bedeutende Ausbildung erreicht haben, noch keine Spur von Lymphräumen wahrnehmbar ist, so liegt es nahe genug, gerade in der so früh auftrelenden Leibeshöhle den Raum zu suchen, der das erste ßluttranssudat allein sammelt und in die Cirkulation zurückführt.
Indem wir zunächst in unserer obigen Reihenfolge die Synovialhöhlen überspringen, wenden wir uns sofort zur Besprechung der Bindegewebsinterstitien. Als solche sind zwar im weiteren Sinn alle Hohlräume des mittleren Keimblatts, also auch seröse und Gefäss-räume aufzufassen, insofern auch diese von bindegewebigen Bildungen umschlossen werden, nach dem gewöhnlichen Sprachgebrauch indess wird der Begriff nicht so w'eit gefasst, sondern man versteht unter den Bindegewebsinterstitien blos die regellos angeordneten Maschenräume, welche, der Annahme zufolge, die bald lose, bald dicht verwobenen Binde-gewebsbündel zwischen sich lassen, und die man sich von etwas Flüssigkeit eingenommen denkt. Es sind dies die Räume, welche durch Aufblasen mit Luft sich anfüllen lassen, und welche in früherer Zeit als durchaus charakteristisch für das Bindegewebe gegolten und diesem den Namen des Zellgewebes verschafft haben.
Die ganze Lehre von den freien Bindegewebsmaschen haben wir als ein Erbtheil jener