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eine weiche, bald ganz homogene, bald feinkörnige Masse, von einem jedenfalls bedeutenden Quellungsvermögen, die allenthalben die Zwischenräume zwischen den Faserbündeln einnimmt, und in der ohne Mühe eingestreute Zellen verschiedener Form und Grösse sich bemerkbar machen. Letztere sind blass, stets kernhaltig und körnig; bald rundlich, bald in die Länge gezogen, oder selbst verzweigt, zeigen sie eine entschieden unbestimmte Um-gränzung. Nach neuerer Terminologie sind sie als blose Protoplasmahaufen um einen Kern herum zu bezeichnen, und sie sind es offenbar, welche jene von Recklinghausen beobachteten Wanderungen im Gewebe auszuführen vermögen. Inwiefern sie besonderer gebahnter Wege dazu bedürfen, mag zweifelhaft erscheinen, da die Zwischensubstanz, in der sie liegen, ihrer geringen Consistenz halber, ihnen kaum irgend einen Widerstand in den Weg legen wird. Neben den fraglichen Zellen kommen natürlich noch andere Formen vor, die bereits den Faserbündeln angehören, und wir können uns somit das lockere Bindegewebe, abgesehen von den elastischen Fasern, als aus zwei different sich verhaltenden Substanzen bestehend denken, von welchen wir, der leichteren Verständigung halber, die eine als Fasersubslanz, die andere als Schleim- oder Mucoidsubstanz bezeichnen wollen. Beide Substanzen stehen natürlich zu einander im Verhältniss naher Verwandtschaft, die Fasersubslanz kann secundär aus der Schleimsubstanz hervorgehen, und umgekehrt bei eintretender Erweichung wieder in letztere sich umwandeln. Die Schleimsubstanz aber ist es, welche dem lockeren Bindegewebe seine so eminente Klebrigkeit verleiht. Die beiden Substanzen können nun in ihrem gegenseitigen Verhältniss sehr variiren, je derber das Gewebe, um so mehr tritt die Schleimsubstanz zurück, und umgekehrt Jnimmt letztere zu mit zunehmendem Grad der Auflockerung. Wo die Schleimsubstanz in erheblichem Maasse präva-lirt, wie in den Formen jugendlichen Bindegewebes, da erhalten wir jene Gewebskategorie, welche von Virchow als Schleimgewebe bezeichnet worden ist. Auch der Zellengehall der Schleimsubstanz kann in weiten Breiten wechseln; mit dem reichlichen Zunehmen der Zellen wächst natürlich die Menge der Schleimsubstanz selbst, und es wird das Fasergewebe zur Seite gedrängt; es entstehen dabei Gewebsformen, die mehr oder minder dem adenoiden Gewebe sich annähern, oder bei noch weiterer Zellenzunahme bildet sich geradezu Eiter.
Die Schleimsubstanz ist es nun, welche die Lücken zwischen den Bündeln des Bindegewebes ausfüllt, bei ihrer geringen Consistenz wird sie in der Kegel mechanischer Zerrung kaum irgend welchen Widerstand entgegen setzen, sie wird also zunächst durch die post mortem eingeblasene Luft leicht zerrissen werden und somit zur Bildung von Binde-gewebsareolen Veranlassung geben. Unzweifelhaft aber werden auch während des Lehens oft solche Continuitätstrennungen auftreten, wenn die Faserbündel nach der einen oder andern Richtung aus einander gezerrt werden. Zwei Eigenschaften der Schleimsubstanz aber sind es, welche stets wieder zu einer raschen Continuitätsherstellung führen werden, ihre grosse Klebrigkeit und ihr bedeutendes Quellungsvermögen, beide Eigenschaften gleich