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Nach den bisherigen Erörterungen liber das Bindegewebe kehren wir zu den Syno-vialhölilen zurück. — Untersucht man das Bindegewebe in der Umgebung einer Schleimscheide oder eines Schleimbeutels, so fällt es oft schon äusserlich durch ein eigenthümlich gequollenes, gallertartiges Aussehen auf; unter dem Mikroskop erweist sich, dass in ihm die oben beschriebene Schleimsubstanz in relativ sehr beträchtlicher Menge vertreten ist, und zwar tritt je nach Umständen der Zellenreichthum der Substanz bald mehr, bald minder in den Vordergrund. Ist Ersteres der Fall, so erscheint das Gewebe etwas getrübt, während es im letztem Fall mehr durchscheinend ist. Dringt man bei einer Schleimscheide von Aussen her schichtenweise gegen die gleitende Sehne vor, so kann man in rascher Aufeinanderfolge die verschiedenartigsten Zwischenstufen zwischen derbem und völlig gallertigem Bindegewebe finden; je mehr letzterer Charakter hervortritt, um so mehr tritt, wie das Mikroskop zeigt, die relative Menge von Fasersubstanz zurück. In manchen sogenannten Schleimscheiden ist es gar nicht möglich, einen eigentlichen Kanal zu finden, hebt man die äussere derbe Wand auf, so liegt eine dünne gallertige Gewebsschicht darunter, nimmt man diese weg, so folgt eine zweite und so fort, bis man schliesslich zur eigentlichen Sehne gelangt, ohne Anderes, als eine Succession weicher und sehr verschiebbarer Gewebsschichten getroffen zu haben. Nicht immer verhält sich indess die Sache so, es kann um die Sehne herum ein eigentlicher, mit schleimiger Flüssigkeit gefüllter Kanal auflreten, der indess stets von einem weichen, völlig aufgelockerten Gewebe umfasst wird. Mau kann hienach kaum daran zweifeln , dass die Höhlenbildung zunächst mit der Auflockerung des Gewebes sich eingeleitet hat, auf diese folgt die mechanische Zerreissung, sodann der Erguss von Transsudat in die Höhle (stets noch am Eiweissgehalt der Synovia erkennbar) und die Beimengung von Produkten des aufgelösten Gewebes, in Form von Schleimstoff u. s. w. Später kann sich dann die Wand der Höhle glätten, und selbst ihre oberflächlichen Zellen zu einer Art von Plattenendothel umwandeln.
Aehnlich wie für die Schleimscheiden und Schleimbeutel gestaltet sich die Sache für die Gelenkhäute. Auch in diesen treffen wir nach innen von der derben Kapsel die Schleimsubstanz in sehr reichlicher Vertretung. Untersucht man z. B. die Synovialzotten eines jungen Thieres (etwa die aus den Fussgelenken des Kalbes), so überzeugt man sich mit grosser Deutlichkeit, wie im Grund die ganze Zotte nichts Anderes, als ein von Innen nach Aussen in fortschreitender Auflockerung befindlicher Bindegewebsstrang ist. In ihrer Axe faserig, wird sie umgeben von einer weichen Grundmasse mit reichlichen Zellen, nach Aussen überwiegen diese mehr und mehr, und nehmen theils die bekannten lymphoiden, (heils anderweitige verwandte Formen an, endlich rücken sie so dicht zusammen, dass sie in ihrer Gesammtheit das Aussehen eines mehrfach geschichteten Epithels darbieten, als welches sie denn auch in der Regel gedeutet werden. Allerdings können von diesen Zellen die obersten wirklich sich abplatten, aber die Abplattung scheint, wenigstens bei jungen Geschöpfen durchaus nicht constant einzutreten, Mit grosser Leichtigkeit ist bei solchen
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