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Verfolgung der Entwicklung das mechanische Moment als das frühere ausweist, und zugleich zeigt, wie mit verändertem mechanischem Moment auch der Effect sich ändert. So haben wir bereits oben hervorgehoben, dass das Bindegewebe schon in seinen embryonalsten Formen überall da, wo es auf selbstständig vegetirende und dadurch ihre Umgebung verdrängende Gebilde stösst, auch sofort in ihrer Umgebung zu einer concentrisch geschichteten Kapsel sich gestaltet, so sehen wir es bei der Chorda, so bei den Skelettknorpeln, so beim Auge; ferner zeigt sich, dass die Bildung der grossen Gefässbahnen der Anlage einer festen Wand vorausgeht, und dass letztere in eben dem Maass sich verdickt, als die Druckverhältnisse im Gefäss wachsen; so sehen wir endlich, dass die Gewebs-schichten, in welche Muskeln hineinwachsen, erst von der Zeit an in Sehnen, in Fascien und in lockere Gew'ebslagen sich scheiden, da die Muskeln ihre Wirksamkeit zu entfalten beginnen.
Es ist nun möglich, wenigstens bis auf einen gewissen Grad, die Vegetationsverhältnisse des werdenden bindegewebigen Organes aus der besondern Art der mechanischen Einwirkung abzuloiten. Sei z. B. eine Gewebsmasse gegeben mit eingestreuten Zellen und einer nach allen Richtungen absolut gleichartigen Grundsubstanz, so werden, abgesehen von den in ihnen selbst liegenden Wachsthumsbedingungen, die Zellen keinen Grund haben, mehr nach der einen oder der andern Richtung hin auszuwachsen. Es finde nun aber ein bleibender Zug auf das Gewebe statt, so wird dasselbe in der Richtung des Zuges geringere Dichtigkeit annehmen, als in den hierauf senkrechten Ebenen, und damit sind nun für die wachsenden (sowie für die allfällig wandernden) Zellen die Bedingungen für eine gleich-mässige Ausbreitung gestört, es werden die Zellen leichter nach der Richtung des geringeren Widerstandes hin, d. h. also in der Längsrichtung auswachsen. Einer leicht con-statirbaren Erfahrung zufolge haben nun aber die Zellen wiederum einen bestimmenden Einfluss auf die Ausscheidung von Fasern aus der Grundsubstanz; wo also das Gewebe von langgestreckten, parallel gelagerten Zellen durchsetzt ist, da findet auch die Faserscheidung in der von diesen vorgezeichneten Richtung statt, wir bekommen das Bild des Bandstreifes oder der Sehne. Die optische Untersuchung im polarisirfen Licht liefert die Bestätigung dafür, dass in den Bindegewebsbündeln die Dichtigkeit nach der Längsrichtung geringer ist, als in den Querschnittsebenen. — In ähnlicher Weise, wie die Bildung der einfach gefaserten Sehnen, lässt sich auch diejenige der fibrösen Häute mit gekreuzter Faserrichtung ableiten. Wir betrachten als ein verhältnissmässig einfaches Beispiel die Bildung der fibrösen Kapsel des Auges; hier sind es die wachsenden Contenta, Retina, Linse und Glaskörper, welche einen Druck auf ihre Umgebung ausüben. Für jeden Punkt der umschliessenden Hohlkugel kann man sich die stattfindende Druckwirkung zerlegt denken in zwei oder mehrere Zugwirkungen, deren Richtungen sich unter sehr stumpfen Winkeln kreuzen. Es wird die, Anfangs gleichartige Grundsubstanz senkrecht zur Gränzfläche grössere Dichtigkeit erhalten, als in den tangential zu dieser gestellten Ebenen; die nächste Folge