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sondere Appendikulärgebilde der äussern Haut noch die sog. Horngebilde, Nägel, Haare u. s. w. zu betrachten sind. Wie schon Bichat hervorgehoben hat, so ist der Gegensatz, in dem die Eigenschaften der äusseren Haut zu denjenigen der Schleimhäute stehen, keineswegs ein sehr tiefgreifender, derselbe gleicht sich grossentheils aus, sowie die äussern physikalischen Einwirkungen sich ändern; eine der äussern Athmosphäre dauernd ausgesetzte Schleimhaut nähert sich in ihren Eigenschaften der Cutis, und umgekehrt zeigt diese beim Fötus, hei dem sie permanent in Flüssigkeit gebadet ist, Eigenschaften, die denen der Schleimhäute nahe stehen.
Die Bildungsgeschichte der gemischten Häute, um deren Verfolgung sich Remak so bedeutende Verdienste erworben hat, bietet für eine allgemein histologische Betrachtung manche sehr interessante Gesichtspunkte, besonders aber sind es die gegenseitigen Einwirkungen der beiderlei Keimblattbildungen auf einander, welche der Aufmerksamkeit in hohem Grad werth sind. Von Anbeginn an herrscht unter den Zellen keine völlige Gleichstellung, sondern die Gränzblätter sind es überall, von denen bei Neuanlage von Organen die erste Initiative ausgeht. Ohne grosse Rücksicht auf die jeweilige Conformation des unterliegenden Gewebes wachsen sie in dieses hinein, indem sie es entweder zur Seite drängen oder vor sich hertreiben. Wo die Wucherung des Gränzblatles gering ist, da kann die neugehildete Zellenanhäufung in eine überwiegende Bindesubstanzschicht sich einlagern, wie dies z. B. bei Haarbälgen, Schweissdrüsen u. s. w. der Fall ist, wo dagegen aus jener Wucherung ein mächtigeres Drüsengebilde hervorgeht, da reicht die begleitende Bindesubstanz kaum zur Erstellung eines dürftigen Gerüstes hin, wie z. B. in der Leber und den Nieren. — Jedes erhebliche Wachsthum der Gränzblätter kann nur dann geschehen, wenn ihnen auch das gehörige Ernährungsmaterial zugeführt wird, und so selbstständig sie auch fortwuchern, so sind sie doch von früh an hinsichtlich ihrer Ernährung auf das Mittelblatt angewiesen. Dieses letztere spielt nun ihnen gegenüber eine ähnliche Rolle, wie sie etwa im modernen Staatshaushalt die Finanzverwaltung gegenüber den unternehmenden Directionen des Kriegs, oder der öffentlichen Bauten zu spielen hat, es hat für jedes neu entstehende Gebilde irgend welcher Art sofort die Mittel zum Unterhalt, d. h. die entsprechende Blutmasse zur Stelle zu schaffen, wobei es ihm überlassen bleibt, die Wege zu bahnen, auf denen diese Herbeischaffung geschehen kann. — Es ist nun in der Thal auffallend, mit welcher Pünktlichkeit das mittlere Keimblatt diese seine Aufgabe erfüllt. Von der Zeit an, da überhaupt in der Körpersubstanz Blutgefässe auftreten, da sieht man allenthalben sofort eine reiche Capillarentwicklung an all den Flächen auftreten, welche von Produkten eines der beiden Gränzblätter berührt werden. Wir haben schon oben das Ver-hältniss für das Medullarrohr hervorgehoben; ähnlich wie bei diesem gestaltet sich die Sache bei der secundären Augenblase, die auch frühzeitig von einem dichten Gefässnetz umsponnen wird, successive bilden sich sodann die Gefässlagen an der äusseren Haut, an der Innenfläche des Darmes, um die Produkte der Gehörblase, um die Linse herum, und