﻿Vererbungs- und Bastardierungsversuche mit Antirrhinum.
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ja auch nur theoretisch angenommenen Einheiten, den Atomen, Molekülen usw. — tut. Es ist mir wahrscheinlich, daß es nur eine Frage der Zeit ist, für irgend eine Art z. B. für A. majus die Erbeinheiten so weit klar zu legen, daß man schließlich die ganze Formenmannigfaltigkeit der betreffenden Art damit umfaßt, daß es möglich ist, einfach durch eine Formel für irgend eine Rasse eindeutig anzugeben, wie sie aussieht, wie sie sich vererbt und vor allem auch, wie sie sich bei jeder einzelnen Kreuzung mit jeder anderen Rasse verhalten wird, wie F. 1 und F. 2 dieser Kreuzungen aussehen werden usw. Für Antirrhinum majus wird dies wahrscheinlich mit maximal etwa 40—50 Erbeinheiten möglich sein.
Es ist nun die Frage, sind diese 40 bis 50 Erbeinheiten nun wirklich alle überhaupt in A. majus enthaltenen Erbeinheiten ? Diese Frage ist zu verneinen. Wir müssen uns nämlich stets darüber klar bleiben, daß wir irgend eine Erbeinheit als solche nur dann erkennen können, wenn wir ein Individuum haben, oder erzeugen können, das heterozygotisch in bezug auf diese Erbeinheit ist. Und wenn wir auf den Boden der presence and absence-Hypothese bleiben, ist demnach eine Erbeinheit, d. h. ein Faktor, ein großer Buchstabe unserer Formeln, nur dann zu erkennen, wenn es Individuen gibt, die diesen Faktor nicht enthalten. Solange ich keine ee-Pflanze hatte, wußte ich nichts von der Existenz des Faktors E. Solange ich nicht eine rr-Pflanze hatte, wußte ich nichts von der Existenz eines Faktors R usw. Also erst dadurch, daß man eine Rasse oder auch nur ein Individuum in Beobachtung bekommt, das irgend einen Faktor nicht enthält, kann man konstatieren, ob in einer anderen Pflanze dieser Faktor enthalten ist oder nicht. Und wir haben ja gar keinen Grund anzunehmen, daß von Antirrhinum majus alle vorhandenen Erbeinheiten auch nur wenigstens in irgend einer Rasse „absent“ sind. Mit anderen Worten, auch wenn es möglich sein wird, auf 40 bis 50 Faktoren die ganze Formenmannigfaltigkeit der Rassen von A. majus zurückzuführen, so sagt dies nur, daß von den vielleicht noch sehr viel zahlreicheren Erbeinheiten nur 40 bis 50 vorläufig wenigstens in irgend einer Rasse als fehlend gefunden worden sind. Aber über die wirkliche Zahl der vorhandenen Erbeinheiten sagt dies natürlich gar nichts aus.
Will man in der Analyse weiter kommen, so bleibt nur noch ein, gerade bei Antirrhinum glücklicherweise wahrscheinlich gangbarer Weg. Dieser Weg besteht in Kreuzungsversuchen zwischen A. majus und anderen Antirrhinum -Arten. Es ist heute schon wohl mit ziem-