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Baur.
licher Sicherheit zu sagen, daß Unterschiede zwischen zwei sehr verschiedenen „Spezies“ gelegentlich der gleichen Art sein können, wie zwischen Rassen von A. majus, d. h. daß es sich um mendelnde, auf einer großen oder einer kleiner Zahl von Erbeinheiten beruhende Unterschiede handelt.
In sehr vielen anderen Fällen freilich beruhen die Unterschiede zwischen zwei Arten nicht bloß auf verschiedenen Erbeinheiten, sondern sind ganz anderer Art, mendeln nicht. In der Gattung Antirrhinum gibt es nun mehrere von A. majus morphologisch sehr stark verschiedener Arten, die mit ihm völlig fertile Bastarde geben und — nach einigen Vor versuchen zu schließen — sehr kompliziert aufzumendeln scheinen. F. 2-Generationen derartiger Art-Kreuzungen mit A. majus werde ich im nächsten Sommer in sehr großen Individuenzahlen ziehen können und genau zu analysieren versuchen. Es ist natürlich a priori zu erwarten, daß in diesen Versuchen auch zahlreiche neue Erbeinheiten gefunden werden können, die bisher nicht erkennbar sind, weil innerhalb der Art A. majus diese Erbeinheiten nur homozygotisch Vorkommen.
Voraussichtlich wird also die Zahl der bekannten Erbeinheiten durch solche Art-Kreuzungen noch wesentlich erhöht werden.
Wieweit sich so durch Artkreuzungen die Analyse wird führen lassen, das ist nicht vorauszusehen. Ob es möglich sein wird, auf diesem Wege sich eine präzisere Vorstellung über das Wesen der Erbeinheiten zu verschaffen, das können wir höchstens hoffen. Vielleicht kommt aber aus solchen Versuchen wenigstens die Aufklärung darüber, welche Art von Unterschieden zwischen zwei Individuen auf mendelnden Erbeinheiten beruht und welche Art nicht.
Nicht auf Erbeinheiten zurückzuführende Rassenunterschiede bei Antirrhinum majus.
Bisher schon habe ich wiederholt darauf hingewiesen, daß es meine Versuche sehr wahrscheinlich machen, daß nahezu die gesamten Rassenunterschiede bei Antirrhinum majus auf mendelnden Erbeinheiten beruhen.
Man war ja noch vor einigen Jahren mit dem Zugeständnis, daß irgend ein Merkmal nicht mendele, viel freigebiger, als man es heute ist. Wir wissen eben, daß nicht die Außenmerkmale, sondern die Erbeinheiten mendeln, und daß ein Außenmerkmal oft von sehr zahlreichen mendelnden Erbeinheiten beeinflußt wird. Eine Kreuzung