﻿Vercrbungs- und Bastardierungsversuche mit Antirrhinum.
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z. B. von einem niedrigen, stark verästelten Antirrhinum majits mit einem hohem, fast un verzweigt en, gibt in F. i eine mittelhohe Kompromißbildung, in der ungefähr die Form des hohen Elters überwiegt. In F. 2 bekommt man eine sehr große Manigfaltigkeit von Wuchsformen, scheinbar alle denkbaren Ubergangsformen zwischen den beiden Elterntypen, ohne jede scharfe Grenze. Früher hätte man sofort geschlossen, daß hier kein Mendeln vorliege, in Wirklichkeit liegt aber doch eine regelrechte Spaltung vor, aber eine Spaltung mit etwa 4—6 Erbeinheiten und dabei fluktuieren die einzelnen Typen trans-gredierend, was natürlich die genaue zahlenmäßige Analyse fast unmöglich macht. Man kann also mit dem Schlüsse, daß irgend ein Unterschied zwischen zwei Sippen nicht mendele, gar nicht vorsichtig genug sein. Ich habe nun freilich noch eine Menge von Beobachtungen gerade über Vererbung von Unterschieden von Wuchsform, Blattform, Blütenstandbau usw. nicht auf die Erbeinheiten hin analysieren können, kenne aber auf der anderen Seite nur einen einzigen Unterschied, der sicher nicht mendelt. Dieser Fall liegt vor bei der Erblichkeit einer weißbunten, als Mutation aus einer rein grünen Sippe in meinen Kulturen aufgetretenen Pflanze A. 280. Näheres über diese Pflanze werde ich bei einer anderen Gelegenheit berichten. Hier kann ich mich damit begnügen, mitzuteilen, daß diese Pflanze sich in ihrer Erblichkeit offenbar genau so verhält wie die von Correns1) eingehend untersuchte Mirabilis Jalapa albomaculata.
Die Buntheit wird auch hier nur durch die Mutter übertragen. Diese Buntblättrigkeit ist aber vorläufig das einzige Merkmal bei A. maj ns, von dem ich sicher sagen kann, daß es nicht mendele.
Ob die Analyse der Artbastarde weitere derartige nicht mendelnde Unterschiede in größerer Zahl ergeben wird, müssen die Versuche der nächsten beiden Jahre zeigen.
Die Erbeinheiten der „wilden“ Stammform von A. majus.
Wenn es möglich ist, unsere Kulturrassen von *1. majus zu analysieren und wenn wenigstens die Erbeinheiten der Blütenfarben heute schon im wesentlichen klargestellt sind, so ist natürlich zu erwarten,
1) Correns, C. Vererbungsversuche mit blal3(gelb)grünen und buntblättrigen Sippen bei Mirabilis Jalapa, Urtica pilulifera, und Lunaria annua. Zschr. i. Abst.- u. Vererbungslehre 1 1909. S. 313.
— — Zur Kenntnis der Rolle von Kern und Plasma bei der Vererbung. Ebenda 2 1909, S. 331.